Bei Schuleschwänzen kommt SMS
Millionen von Schülern weltweit schwänzen regelmäßig den Unterricht.
In Frankreich soll es den jugendlichen Müßiggängern nun im Zuge einer Schulreform an den Kragen gehen. Die Reform des Familienministers Christian Jacob sieht eine Reihe von Maßnahmen vor, die von Herbst an für volle Klassenzimmer sorgen sollen.
So testen bereits Hunderte von Schulen das neue Alarmsystem via SMS. Fehlt der Sprössling zu Schulbeginn, bekommen die Eltern diese Info sofort per Kurzmitteilung: "Monsieur, Madame, Ihr/e Sohn/Tochter ist heute nicht zum Unterricht erschienen."
Die Vorteile gegenüber einem mahnenden Brief liegen auf der Hand: geringe Kosten, schnelle Zustellung, und der Schüler kann die Mahnung nicht abfangen.
EduSMS informiert die Eltern
Umgesetzt wird dieses automatische Informationssystem mit der
Software "EduSMS", die bei den Schulen jetzt schon weggeht wie warme
Croissants. Die An- bzw. Abwesenheit der Schüler wird im System
eingetragen und schon flattern die ersten Kurznachrichten auf die
Handys der Erziehungsberechtigten.
EduSMSSchnelle Weiterleitung via Strichcode
Eine Schule in Marseille wendet eine andere Technologie an: Hier versuchen die Lehrer der zahlreichen Fehlstunden mittels Strichcodes zumindest bürokratisch Herr zu werden.
Erscheint ein Schüler nicht zum Unterricht, genügt es, mit einem Spezialstift den jeweiligen Code des Jugendlichen einzulesen und schon ist das Sekretariat informiert. Dieses teilt den Eltern die Abwesenheit ihres Nachwuchses mit.
Schüler-Kontrolle mit StrichcodeStrafmandate für Schulschwänzer
Doch nicht nur das schnelle Vertratschen per SMS und Strichcode, sondern auch hohe Bußgelder sollen den Jugendlichen den Spaß am Schulschwänzen verderben.
Die Erziehungsberechtigten sollen mit bis zu 750 Euro statt bisher 150 Euro zur Kasse gebeten werden können.
Auch in Österreich dürften die Schulen notorische Schwänzer anzeigen. Bei Minderjährigen würde dann eine Geldstrafe für die Erziehungberechtigten fällig, ab 14 Jahren muss der Schüler seine Strafe selbst berappen.
Doch mit dieser ganzen Härte des Gesetzes gehen derzeit kaum Schulen gegen unentschuldigt vom Unterricht abwesende Burschen und Mädchen vor.
Österreich im EU-Mittelfeld
Im Vergleich der EU-10-Staaten, das sind die zehn reichsten
EU-Staaten, liegt Österreich mit 14 Prozent an Schülern, die
mindestens ein Mal in den letzten beiden Wochen vor der Befragung
die Schule schwänzten, im Mittelfeld. Dänemark liegt mit 24 Prozent
an der Spitze. Am seltensten schwänzen Luxemburger [acht Prozent]
und Belgier [neun Prozent] den Unterricht.
Pisa-Studie 2000
