31.03.2003

EUROPA

Bildquelle: esa

"Smart" den Mond erkunden

Gut drei Jahrzehnte nach der letzten Apollo-Mondlandung der Amerikaner wollen die Europäer jetzt erstmals den immer noch geheimnisvollen Erdtrabanten erkunden.

"SMART 1" heißt die etwa 350 Kilogramm schwere und mit zehn Experimenten bestückte Sonde, die in diesen Wochen im niederländischen Technologiezentrum von Noordwijk auf Herz und Nieren getestet wird.

"Klein, kostengünstig und kompakt", das ist das Motto, mit dem die Europäer trotz der Kosten der Weltraumstation ISS und der Krise auch in der Raumfahrtindustrie weiterhin Flagge zeigen wollen. "SMART 1" [Small Mission for Advanced Research and Technology] ist der Vorläufer einer "neuen Philosophie", mit kostengünstigen und leichtgewichtigen Sonden die Weltraumforschung voranzutreiben.

Touristen auf den Mond

Der 101,5 Millionen Euro teure "SMART 1" wird aus einer elliptischen Umlaufbahn heraus mindestens sechs Monate lang Daten sammeln.

Mit an Bord sind eine hochauflösende Minikamera sowie zwei Spektrometer, darunter ein Infrarotgerät des Max-Planck-Instituts für Aeronomie, das einen tiefen Blick in die schattigen Südpolkrater werfen soll.

Nahezu die wichtigste Schlüsseltechnologie von "SMART 1" bleibt indessen der neue Ionenantrieb - denn wenn er funktioniert, dann erst werden auch ein Flug Europas zum Merkur und ein Sonnenorbiter möglich.

Bernard Foing, ESA-Projektwissenschaftler der Mondsonde, hat aber immer auch die Zukunft im Kopf, ist der Erdtrabant doch nur eine zweitägige Reise entfernt. Auf dem Mond könnten große Energiemengen produziert werden, davon ist Foing überzeugt: "Wir kehren zum Mond zurück, weil wir denken, dass Leben und Arbeiten dort wirklich eine Zukunft hat." Anhänger von Mondmissionen sehen in dem nur 384.000 Kilometer entfernten Trabanten des Planeten Erde Siedlungen auch für touristische Zwecke entstehen, Industrieanlagen und Testgelände für künftige Fernreisen, die auch zum Mars führen könnten.