Internet-Handel soll forciert werden
Die heimischen Versandhändler wollen über Internet mehr Besteller und neue Zielgruppen ansprechen.
Unsicherheit in Sachen Datenschutz und -sicherheit halte nach wie vor viele potenzielle Käufer davon ab, ihre Bestellungen online abzuwickeln, sagte der Leiter der Plattform Versandhandel, Quelle-Vorstandschef Peter Wahle.
Ein 1:1-Ersatz für den klassischen Katalog werde das World Wide Web zwar nicht werden, der Anteil der Online-Bestellungen werde aber weiter steigen. "Wann und in welchem Umfang, lässt sich aber kaum prognostizieren", sagte der Quelle-Chef.
Im Schnitt entfallen rund zehn Prozent der Umsätze im Versandhandel auf Internet-Shopper. Bei einigen Spezialversendern - wie Tchibo/Eduscho - liege der Anteil allerdings bereits bei 30 Prozent, so Hildegard Fischer, Geschäftsführerin des Handelsverbands.
Laut Erhebungen der Statistik Austria Mitte 2002 haben rund 29 Prozent der mehr als drei Mio. Internet-User in Österreich schon einmal oder mehrmals über das Web bestellt. 1999 waren es erst etwa 200.000. Kräftig gestiegen sind die Online-Bestellungen besonders im vergangenen Weihnachtsgeschäft. Einige Versandhändler verzeichneten eine Verdoppelung der Online-Besteller.
Online-Shopper kaufen emotionslosVerhaltensstandards für Mitglieder
Um das Vertrauen in E-Commerce zu stärken, hat die Plattform des Versandhandels nun Verhaltensstandards für ihre Mitglieder in Sachen Schutz persönlicher Daten und Privatsphäre der Kunden in die Statuen aufgenommen.
Damit werde dieser Schutz ausdrücklich auf alle elektronischen Kommunikationsformen ausgedehnt, betonte Wahle. Die Regeln gelten damit auch für Bereiche, die noch nicht ausdrücklich gesetzlich geregelt sind, wie etwa der Einsatz von Cookies.
Aber auch die Überschwemmung der Kunden mit E-Mails soll durch den Verhaltenskodex der Plattform verhindert werden. Man empfehle den Mitgliedern, das "Opt-in-Verfahren" anzuwenden [Kunden bestätigen online, dass sie nichts gegen Werbemails haben] und den maßvollen Umgang mit Newslettern und Online-Werbung.
E-Commerce-Richlinie der EU
Die Richtlinien der Versandhandels-Plattform nehmen bereits die so genannte E-Commerce-Richtlinie der EU vorweg, die bis spätestens 31. Oktober 2003 in allen EU-Staaten in nationales Recht umgesetzt werden muss. Christian Zib, Professor für Handels- und Wirtschaftsrecht an der WU Wien, rechnet aber schon in den nächsten Monaten mit dem Beschluss eines neuen Kommunikationsgesetzes, das diesen Bereich abdeckt und als Entwurf schon vorliegt.
