Drastischer Besucherschwund bei Cebit
Die weltgrößte Computermesse Cebit hat auf Grund der Irak-Krise in diesem Jahr einen herben Besuchereinbruch erlitten. Dennoch zeigten sich die Aussteller wegen etlicher guter Geschäftsabschlüsse zufrieden.
Nach Angaben der Deutschen Messe AG kamen während der acht Messetage 560.000 Besucher und damit über 110.000 oder rund 17 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Besuch entspricht damit dem Niveau von 1990 und fiel noch deutlich unter die schon reduzierten Erwartungen der Messeleitung. Vor zwei Jahren waren noch rund 840.000 Gäste zur Cebit gekommen.
Hauptgrund für den Rückgang sei das Fernbleiben von Besuchern aus Asien und den USA in der zweiten Messehälfte. "Der Besuch aus den USA und Asien ist angesichts des sich zuspitzenden Irak-Konfliktes deutlich eingebrochen", so Messe-Vorstandsmitglied Ernst Raue.
Durchwegs schwach besucht
Schon zu Beginn waren erwartungsgemäß weniger Besucher gekommen.
Die Messeveranstalter hatten da noch auf das Wochenende gehofft.
300.000 Besucher zur Cebit-HalbzeitBilanz der Aussteller positiv
Die Zahl der Besucher aus den USA habe sich auf rund 4.500 halbiert. Bereits am Dienstag seien erste Aussteller abgereist, um schnell nach Haus zu kommen.
Auf Seiten der rund 6.500 Aussteller fiel die Bilanz allerdings überwiegend positiv aus. Mehr als 43 Prozent der Besucher seien mit konkreten Investitionsabsichten zur Cebit gekommen, teilte die Messe AG mit. Das habe sich auch in der Zahl von Geschäftsabschlüssen niedergeschlagen, die um zehn Prozent über dem Vorjahresniveau gelegen sei.
Laut Raue sei die Bereitschaft, Geschäfte abzuschließen, größer gewesen als in den Vorjahren. "Die Zeit der Shows ist vorbei, es werden Geschäfte gemacht." Die Cebit habe ihren Ruf als weltweit wichtigste Messe der Branche gefestigt.
Schröder mit Optimismus
Bei seinem traditionellem Rundgang am ersten Messetag sprach der
deutsche Bundeskanlzer Gerhard Schröder den Ausstellern Mut zu. Es
sei "sichtbar, dass es für die Branche durchaus angebracht ist,
optimistisch auf dieses und auf die kommenden Jahre zu schauen".
Gemischte Gefühle am ersten MessetagIT-Branche hofft auf Aufschwung
Trotz des Besucherrückgangs hofft die stagnierende deutsche IT-Branche weiter auf einen Aufschwung. "Wenn sich die weltpolitische Lage schnell wieder beruhigt, werden wir die angekündigte schwarze Null schaffen", sagte der Geschäftsführer des Branchenverbandes Bitkom, Bernhard Rohleder, zum Abschluss der Messe am Mittwoch.
In den nächsten drei Monaten werde sich der Markt spürbar beleben. Dennoch wolle man mit Optimismus vorsichtig sein. Der Investitionsstau aus den Vorjahren löse sich langsam auf, so Rohleder weiter.
Der Optimismus bei den Ausstellern der in Deutschland stagnierenden IT-Branche sei im Verlauf der Cebit gewachsen, sagte Raue. Vor der Messe hätten 37 Prozent ihre Geschäftserwartungen als positiv bezeichnet, zum Ende seien es 40 Prozent gewesen.
Verkürzung der Cebit gefordert
Die nächste Cebit beginnt am 18. März 2004 und dauert dann wieder sieben Tage. Die Aussteller hatten die Deutsche Messe AG vor einigen Monaten aufgefordert, die Messe wieder zu verkürzen.
