19.03.2003

RISIKO

Bildquelle: fuZo

ÖAMTC warnt vor Multimedia am Steuer

In einer Aussendung warnt der österreichische Automobilclub ÖAMTC vor zu großer Ablenkung im Auto durch die Verwendung von Multimedia-Handys während der Fahrt.

Gegen den elektronischen Fortschritt im Auto sei so lange nichts einzuwenden, als er den Autolenkern keine "Verkehrsblindzeiten" beschert. "Ein solches Sicherheitsrisiko birgt auch die Verwendung von Multimedia-Handys am Steuer", so ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger.

Wer sich acht Sekunden lang dem kleinen Display zuwendet, würde demnach bei Tempo 50 bereits mehr als 110 Meter "führerlos" fahren und könne in dieser Zeit keine wichtigen Verkehrsinformationen aufnehmen. "Keine Herausforderung, die während der Fahrt bewältigt werden sollte", warnt Seidenberger.

SMS mit Telefonat gleichgesetzt

Videotelefonate via UMTS würden die Autofahrer noch stärker ablenken, als das bisherige Telefonate schon machen, da vor allem die optischen Ablenkungen die Aufmerksamkeit nochmals deutlich reduzieren würden. Im Extremfall könne ein Zuviel an technischem "Zusatz-Schnickschnack" im Auto eine Verkehrskatastrophe auslösen, so die Verkehrspsychologin.

Die Rechtsprechung sieht auch im Verschicken oder Lesen von SMS ein "Telefonieren", das daher unterbleiben sollte. "Vor allem, weil hier auch eine Frei-'sprech'-einrichtung ins Leere ginge", erläutert ÖAMTC-Verkehrsjurist Martin Hoffer.

Beim Senden und Empfangen von MMS-Bildern werde es wohl genauso sein, weil hier die Bedienung des Handys im Vordergrund steht, wagt Hoffer Prognosen über die zukünftige Rechtsprechung. Hingegen ist die Teilnahme an Videokonferenzen nicht grundsätzlich verboten, wenn keine händische Bedienung des Handys erforderlich ist.

Freisprecheinrichtung schützt nicht vor Fehlern

Laut ÖAMTC gibt es 28 Prozent mehr Fahrfehler mit Freisprecheinrichtung und 40 Prozent mehr Fahrfehler ohne Freisprecheinrichtung.