Auch Airbus hat Mitarbeiterdaten abgeglichen
Suche nach Korruptionsfällen
Airbus hat zwischen 2005 und 2007 Kontendaten aller Mitarbeiter in Deutschland überprüft. Die Kontonummern seien mit Blick darauf geprüft worden, ob sie mit denen von Zulieferern übereinstimmen, teilte Airbus Deutschland am Donnerstag mit.
Ziel der unternehmensinternen Analyse sei die Korruptionsbekämpfung gewesen. Ein interner Datenabgleich sei zum damaligen Zeitpunkt als rechtlich zulässig angesehen worden. Bei der Überprüfung sei in keinem Fall ein Fehlverhalten der Mitarbeiter festgestellt worden. Sie sei Mitte 2007 noch vom damaligen Management beendet worden.
Untersuchung des Managements
Das "Hamburger Abendblatt" hatte am Mittwoch berichtet, dass das neue Management des Flugzeugherstellers im Zuge der Diskussion über Datenskandale bei der Deutschen Bahn und der Deutschen Telekom eine Untersuchung darüber eingeleitet habe, ob es auch bei Airbus solche Fälle gegeben habe. Dabei sei herausgekommen, dass es 2007 einen Datenabgleich gegeben habe. Das Unternehmen habe daraufhin erst den Betriebsrat informiert und am 23. März bei einer Betriebsversammlung auch die Mitarbeiter.
Juristische Prüfung eingeleitet
Die Arbeitnehmervertretung war dem Blatt zufolge über den Kontodatenabgleich nicht informiert worden. "Wir lassen das jetzt juristisch prüfen", zitiert die Zeitung den Betriebsratschef des Hamburger Werks der EADS-Tochter, Horst Niehus.
Deutsche-Bahn-Chef Hartmut Mehdorn zog vor wenigen Tagen die Konsequenzen aus der Datenaffäre in seinem Haus und bot seinen Rücktritt an.
Datenschutzbeauftragter kündigt Prüfung an
Der Abgleich von Kontendaten der Airbus-Mitarbeiter in Deutschland wird eventuell den Hamburger Datenschutzbeauftragten auf den Plan rufen. Sein Amt prüfe, ob es als Aufsichtsbehörde nach Paragraf 38 des Bundesdatenschutzgesetzes für den Fall zuständig sei, sagte der stellvertretende hamburgische Datenschutzbeauftragte Hans-Joachim Menzel am Donnerstag der dpa. Sollte das Amt Verstöße gegen den Datenschutz feststellen, könnte Airbus eine Ordnungswidrigkeit begangen haben.
(Reuters/dpa)
