EU-Kommission will Internet absichern
In einer Mitteilung hat EU-Medienkommissarin Viviane Reding die Mitgliedsländer der Union auf mehr Kooperation in Sachen Internet-Sicherheit gedrängt.
In einer Mitteilung vom Montag hat EU-Medienkommissarin Viviane Reding die Mitgliedsländer der Union darauf gedrängt, ihre Zusammenarbeit in Sachen Internet-Sicherheit zu verstärken. Die Konzepte zum Schutz der kritischen IT-Infrastruktur der einzelnen Mitgliedsländer wichen zu stark voneinander ab. Als abschreckendes Beispiel nennt Reding die russischen Denial-of-Service-Angriffe auf Institutionen der Republik Estland im Jahr 2007.
Reding schlägt vor, dass die Mitgliedsstaaten bis Ende 2010 gemeinsam mit der Europäischen Netzsicherheitsagentur (ENISA) Vereinbarungen zu Mindeststandards an Kapazitäten und Diensten für die nationalen Computersicherheitszentren (CERT) treffen. Solche Sicherheitszentren sollen bis Ende 2011 in allen Mitgliedsstaaten vorhanden sein. Bis Ende 2009 soll ein Europäisches Forum für den Erfahrungsaustausch in Sicherheitsfragen der Kommunikationsnetzwerke eingerichtet werden. Außerdem soll es europäische Übungen zur Abwehr von Cyberangriffen nach US-amerikanischem Vorbild geben.
Warnsystem für Endanwender
Speziell für Bürger und KMU soll ein Europäisches Informations- und Warnsystem (EISAS) eingerichtet werden. Das System soll auf bestehenden privaten und öffentlichen Warnsystemen zur Netzsicherheit aufbauen. Die Kommission wird die Erstellung von zwei ergänzenden Prototypen für dieses Warnsystem fördern. Die Prototypen sollen bis Ende 2010 zur Verfügung stehen - ebenso wie der Fahrplan zur Erstellung des Systems.
Reding möchte, dass im Lauf des ersten Halbjahrs 2010 Kritierien ausgearbeitet werden, nach denen bestimmt werden kann, welche Systeme zur "kritischen Infrastruktur" Europas gehören. Am 27. und 28. April findet eine EU-Ministerkonferenz statt, auf denen die vorliegenden Vorschläge zur Verbesserung der Netzwerksicherheit in Europa erörtert werden sollen.
