18.03.2003

ÖSTERREICH

Bildquelle: ORF.at

Online-Broker sind desillusioniert

Das schnelle Geschäft im Internet hat sich auch für die österreichischen Banken als Illusion erwiesen.

Raiffeisen-Trade.com wurde mittlerweile wieder in die RZB reintegriert und die Aktivitäten auf ein Minimum reduziert. Der Erste-Bank-Online-Broker Ecetra schreibt immer noch tiefrote Zahlen und verzögert seine Ostexpansion. Die HVB-Tochter Direktanlage.at, gedacht als Online-Arm der BA-CA, wird nach wie vor aus München gesteuert.

Noch vor wenigen Jahren schossen Online-Broker, die Börsenaufträge ausschließlich über Telefon und Internet abwickelten, wie Pilze aus dem Boden und wurden von Neukunden überschwemmt.

Auch die österrreichischen Großbanken wollten an diesem Kuchen mitnaschen und gründeten ihre eigenen Internet-Ableger.

Lehrgeld der Erste Bank

Auch die Erste Bank hat im Internet ihr Lehrgeld bezahlt. Der Online-Broker Ecetra startete ebenfalls zu spät, erst vor zwei Jahren. Ursprünglich sollte Ecetra auch bei den Erste-Bank-Töchtern in Zentral- und Osteuropa online gehen.

Daraus wurde allerdings nichts. "Eine Expansion ist geplant", bestätigte Ecetra-Sprecherin Patricia Strampfer. "Der erste Schritt war der Aufbau in Österreich, der nächste Schritt wird Ungarn, Tschechien und die Slowakei sein."

Direktanlage.at der HVB

Die BA-CA wiederum hat bis dato genauso wenig Freude mit der HypoVereinsbank [HVB]-Tochter Direktanlage.at.

Als die BA-CA vor zwei Jahren von der HVB übernommen wurde, sollte ihr auch die Direktanlage.at "umgehängt" werden.

Direktanlage.at-Chef Ernst Huber soll mehrmals persönlich im BA-CA-Vorstand vorgesprochen haben und hoffte, dass sich Österreichs größte Bank direkt an seinem Broker beteiligt, berichtet das "Industriemagazin".