Medienbildung für Lehrer und Eltern gefordert

PÄDAGOGIK
22.03.2009

Im Rahmen der Tagung GameCultures haben Wissenschaftler unter dem Titel "Keine Bildung ohne Medien" ein Manifest veröffentlicht, das mehr medienpädagogische Grundbildung für Eltern, Lehrer und Erzieher fordert.

Es gehe vor allem darum, die Kinder in die Lage zu versetzen, sich selbst über verschiedene Medienangebote und deren Vor- und Nachteile ein Urteil bilden zu können. Dazu brauche es aber auch die entsprechende Bildung, so die Wissenschaftler bei der Vorstellung des Manifests am Samstag im deutschen Magdeburg.

Während viele Kinder sich die notwendigen Kompetenzen, ob bei Videospielen oder beim Umgang mit persönlichen Daten im Netz, selbst aneigenen könnten, brauchten andere Unterstützung von Eltern und Pädagogen. Diese Unterstützung könne aber nicht erfolgen, wenn Lehrer, Eltern und Erzieher über die neuen Möglichkeiten nicht Bescheid wüssten.

Nur wer sich selber auskennt, kann helfen

Viele Eltern und Erzieher seien unsicher, sowohl was ihre eigene Rolle als auch den Umgang mit neuen Medien angeht, und würden sich kaum darum kümmern, was die Kinder mit Medien im Alltag machen. Um mit ihren Kindern ins Gespräch zu kommen, müssten sich die Eltern aber damit beschäftigen, welche Medien ihre Kinder nutzen, so die Wissenschaftler.

Es gebe zwar bereits einiges an Forschung und auch entsprechendem Praxismaterial, allerdings werde dieses wegen mangelnder Infrastruktur an Schulen und Ausbildungsstätten nicht nachhaltig umgesetzt, erklären sie in ihrem Manifest.

Fester Platz für Medienbildung

Punktuelle Maßnahmen und diverse Informations- und Beratungsangebote im Internet und anderen Medien reichten nicht aus, die Medienpädagogik brauche einen festen Platz an Schulen und Hochschulen, um Eltern und Erziehende entsprechend (aus)bilden zu können. Auch die Forschung in diesem Bereich solle weiter ausgebaut werden, fordern die Wissenschaftler.

Das Manifest soll nun die Auseinandersetzung über Bildung und Kultur, abseits von wirtschaftlichen Interessen, vorantreiben und auch der politischen Debatte entsprechende Impulse geben, so der Wunsch der Wissenschaftler.

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