Deutsche Telekom verdoppelt Gewinn

2008
27.02.2009

Die Deutsche Telekom (DT) hat im Geschäftsjahr 2008 ihren Gewinn verdoppelt. DT-Chef Rene Obermann ordnete eine Neustrukturierung des Konzerns an. Dabei sollen Festnetz- und Mobilfunksparte verschmelzen.

Die DT verzeichnete im Jahr 2008 einen Gewinn von 1,48 Milliarden Euro, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Der Konzern übertraf damit leicht die Erwartungen der Analysten. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, verzeichnete es im letzten Quartal allerdings einen Verlust von 730 Millionen Euro.

Dieser sei vor allem durch den Kauf des griechischen Telekomunternehmens OTE begründet. Um Sonderfaktoren bereinigt erwirtschaftete die DT sogar einen Überschuss von 3,42 Milliarden Euro. Der Umsatz sank gegenüber 2007 leicht von 62,51 auf 61,67 Milliarden Euro. Auch für 2009 gab sich der Konzern optimistisch.

Wachstum durch Mobilfunk

Abermals wurde das Wachstum der DT allein vom ausländischen Mobilfunk getragen. Die Erlöse von T-Mobile stiegen insgesamt um 2,4 Prozent auf 35,6 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA erhöhte sich um 6,2 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro. Auf dem hart umkämpften deutschen Markt war der Umsatz aber mit 2,8 Prozent noch rückläufig, während das EBITDA um 3,1 Prozent anzog. Zweistellig wuchs das Geschäft in den USA. Wachstumstreiber waren auch die Gesellschaften in Zentral- und Osteuropa, die um zehn Prozent zulegten.

Im Festnetzgeschäft konnte die DT den Umsatzrückgang auf dem Heimatmarkt bremsen. Im Gesamtjahr sanken die Erlöse um 5,1 Prozent nach acht Prozent im Vorjahr. Der scheidende Festnetzchef Timotheus Höttges hatte ein Minus von vier bis sechs Prozent vorhergesagt. Das EBITDA sank im Inland um 4,9 Prozent und damit nicht ganz so stark wie prognostiziert.

Auch im Geschäftskundensegment T-Systems, das in den vergangenen Jahren stark unter dem harten Wettbewerb litt, zeigten sich Verbesserungen. Bereinigt um den verkauften Mediendienstleister Media Broadcast und die abgegebenen Abrechnungsdienstleistungen für die DT fiel der Umsatz um 1,2 Prozent, das bereinigte EBITDA lag auf dem Niveau des Vorjahres. Das bereinigte Betriebsergebnis stieg auf 61 von zwölf Millionen Euro im Vorjahr.

Neustrukturierung des Konzerns

Wie die DT bereits am Donnerstag mitgeteilt hatte, will sich der Konzern künftig stärker regional integriert aufstellen. "Die Trennung zwischen Festnetz und Mobilfunk soll aufgehoben werden. Produktentwicklung, IT und Technik wollen wir künftig europaweit bündeln", sagte Vorstandschef Rene Obermann mit Blick auf mehrere Regionen. In Deutschland sollen Festnetz- und Mobilfunk ab Mitte des Jahres von einem Vorstandsressort aus geführt werden. Der Aufsichtsrat habe dem Konzept am Donnerstag zugestimmt.

Gleichzeitig berief das Gremium T-Home-Chef Höttges zum neuen Finanzvorstand. Er tritt die Nachfolge von Karl-Gerhard Eick an, der Anfang März die Führung beim Handelskonzern Arcandor übernimmt.

(AFP/dpa/Reuters)