DT denkt an Fusion von Festnetz und T-Mobile

KONZERNE
25.02.2009

Die Deutsche Telekom (DT) will Zeitungsberichten zufolge die beiden wichtigen Sparten Festnetz und Mobilfunk in Deutschland zusammenlegen. Auch für Osteuropa gebe es entsprechende Überlegungen.

Ziel sei es, Stärken zu bündeln. Mit dem geplanten Schritt seien keine Personalabbaupläne verbunden, sagten mehrere mit der Situation vertraute Personen am Mittwoch. Jedoch würden mit dem Umbau Managementpositionen wegfallen. Wann mit der Integration begonnen werden solle, sei noch nicht klar.

Der Aufsichtsrat werde sich auf seiner Sitzung am Donnerstag vermutlich zunächst nur auf einen Fahrplan einigen, hieß es. Es seien noch viele Fragen zu klären, so etwa, wer neuer Deutschland-Chef werden solle. Eine mit der Situation vertraute Person sagte, es könne gut sechs Wochen dauern, bis eine endgültige Entscheidung gefallen sei. Die DT wollte sich zu den Plänen nicht äußern. Zuvor hatten bereits "Financial Times Deutschland" und "Handelsblatt" darüber berichtet.

Konvergenz der Netze

Festnetz und Mobilfunk wachsen immer mehr zusammen. Die Anbieter setzen auf kombinierte Angebote, um Kunden zu gewinnen und zu halten. Künftig werden auch die Netze immer stärker verschmelzen: Ein Trend, auf den sich einige Konzerne schon mit der Integration der Geschäftsbereiche eingestellt haben. Bei der DT wäre die Integration eine Fortführung der bereits Ende 2006 mit dem Antritt von Konzernchef Rene Obermann erfolgten Zusammenlegung von Verkauf und Kundendienst (Sales & Service) der Mobilfunktochter T-Mobile und der Festnetzsparte T-Home in Deutschland.

Damit habe die DT gute Erfahrungen gemacht und wolle auf dieser Schiene weitermachen, hieß es aus dem Unternehmen. Die DT konnte in den vergangenen zwei Jahren den Abwärtstrend auf dem schwierigen Heimatmarkt stoppen. Auch für andere Länder gebe es Überlegungen, Einheiten zu bündeln, hieß es. Denkbar wäre das etwa in Osteuropa - ein Markt, in dem die DT gut wächst und in dem es noch Wachstumspotenzial gibt. Verstärkt hatten sich die Bonner in der Region erst jüngst mit dem Einstieg bei der griechischen OTE, die auch in Rumänien, Bulgarien, Mazedonien, Albanien und mit einer Beteiligung in Serbien aktiv ist.

Neue Datendienste

Die DT versucht derzeit, mit neuen Produkten wie dem iPhone von Apple, dem Android-Telefon G1 und Netbooks mit integriertem UMTS ihr Image aufzupolieren. Der Konzern will darauf mit weiteren Innovationen aufbauen, um den Datenumsatz zu steigern. Dieser Aufgabe soll sich verstärkt Hamid Akhavan widmen, der den Kreisen zufolge neuer Chief Operating Officer (COO) werden soll. In dieser Position soll er sich auch um technische Neuerungen wie die Modernisierung der Netze kümmern. Zudem solle er Chef von T-Mobile International bleiben.

Eine Einigung auf einen Kandidaten für den Deutschland-Chef gibt es den Kreisen zufolge bisher nicht. Den Bereich Sales & Service verantwortet Festnetzchef Timotheus Höttges. Der soll jedoch neuer Finanzchef der DT werden, wenn der Aufsichtsrat zustimmt, wie mehrere mit der Situation vertraute Personen sagten. Der bisherige Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick wechselt Anfang März an die Spitze des Touristik- und Handelskonzerns Arcandor.

(Reuters)