Siemens übertrifft Erwartungen der Börse

Q1/2009
27.01.2009

Siemens hat im ersten Quartal des Geschäftsjahrs 2009 eine Zunahme des operativen Gewinns um rund 20 Prozent verzeichnet. Auch für das Krisenjahr 2009 gibt sich Konzernchef Peter Löscher optimistisch.

Nach einem überraschend großen Gewinnsprung will Siemens auch im Krisenjahr 2009 weiter zulegen. Das operative Ergebnis der drei Sektoren werde auf acht bis 8,5 Milliarden Euro steigen, bekräftigte Löscher am Dienstag vor der Hauptversammlung in München, räumte aber ein, das sei angesichts der weltweiten Rezession "noch ambitionierter" geworden. Der Umsatz soll weiter doppelt so schnell zulegen wie die Weltwirtschaft - beziehungsweise halb so stark schrumpfen. "Siemens geht mit Selbstvertrauen, Kraft und Entschlossenheit durch das Jahr 2009."

1,2 Milliarden Euro Gewinn

Im ersten Quartal des Geschäftsjahrs 2008/2009 von Oktober bis Ende Dezember steigerte Siemens den operativen Gewinn um ein Fünftel auf gut zwei Milliarden Euro. Damit übertraf der Konzern deutlich die Analystenerwartungen, die im Schnitt 1,8 Milliarden Euro betragen hatten. Unterm Strich blieb ein Gewinn von 1,2 Milliarden Euro; im Vorjahresquartal waren es noch 6,5 Milliarden, allerdings war damals ein Sondereffekt von 5,4 Milliarden aus dem Verkauf von VDO enthalten.

Von Oktober bis Ende Dezember 2008 wuchs der Umsatz um sieben Prozent auf 19,6 Milliarden Euro. Durch sein langfristig angelegtes Projektgeschäft profitierte Siemens den Angaben zufolge vom hohen Auftragszugang der vergangenen zwei Jahre.

Auftragseingang geschrumpft

Beim Auftragseingang zeigte sich allerdings die nachlassende Konjunktur: Er schrumpfte um acht Prozent auf 22,2 Milliarden Euro. Löscher sagte, damit habe Siemens besser abgeschnitten als die meisten Wettbewerber. Die Aufträge gingen in allen Regionen der Welt und in den meisten Divisionen zurück. Im Industriesektor, der mit Abstand größten der drei Sparten, brachen die Ordereingänge um elf Prozent ein. Bei bestehenden Aufträgen habe es keine wesentlichen Stornierungen gegeben, betonte Siemens. Löscher sprach von einem "guten Start" ins Geschäftsjahr.

Am Montagabend hatte der Konzern mitgeteilt, beim französischen Atomkraftwerksbauer Areva NP auszusteigen. Siemens will seinen 34-Prozent-Anteil an dem Gemeinschaftsunternehmen an Areva verkaufen und eine neue Partnerschaft eingehen, in der die Münchner mehr strategischen Einfluss haben.

(Reuters)