Philips macht Milliardenverlust

Q4/2008
26.01.2009

6.000 Arbeitsplätze fallen weg

Der niederländische Elektronikkonzern Philips ist gegen Ende des Jahres schwer von der Wirtschaftsflaute erwischt worden. Das Geschäft ging zurück, hohe Abschreibungen auf Firmenwerte und -anteile drückten das Unternehmen im Schlussquartal tief in die roten Zahlen.

Unterm Strich lief ein Verlust von 1,470 Milliarden Euro auf, wie Philips am Montag in Amsterdam mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch 1,398 Milliarden Euro verdient, was aber wiederum im Wesentlichen durch Anteilsverkäufe gelungen war. Angesichts der "beispiellosen Geschwindigkeit und Heftigkeit", mit der sich die Wirtschaft abgeschwächt habe, werde Philips keinen näheren Ausblick auf 2009 geben, sagte Konzernchef Gerard Kleisterlee.

Auch Umsatz zurückgegangen

Von Oktober bis Dezember war der Umsatz von 8,365 auf 7,623 Milliarden Euro zurückgegangen. Die Konsumelektronik brach ein, aber auch Teile des Lichtgeschäfts litten. Letztgenannte Sparte liefert unter anderem an die Autoindustrie, deren Verkäufe zum Jahresende drastisch zurückgegangen waren. Die Medizintechnik konnte dagegen ihren Umsatz um fast ein Drittel steigern, was mit an den jüngsten Zukäufen lag.

Kostendisziplin und Stellenabbau

Die Krise meistern will Philips nun mit strikter Kostendisziplin. Durch die laufenden Sparprogramme und den Umbau des Unternehmens sollen rund 400 Millionen Euro pro Jahr mehr in der Kasse übrig bleiben. Philips reagiert jetzt allerdings auch mit einer Verschärfung seines Sparprogramms auf die Wirtschaftskrise. Im laufenden Jahr sollen 6.000 Arbeitsplätze wegfallen.

Konzernumbau bereits im Gange

Kleisterlee baut den Konzern seit Monaten um. Er hat Philips auf die drei Säulen Konsumelektronik, Lichttechnik und Medizintechnik gestellt und sich von Randgeschäften getrennt. Grundsätzlich will er sich auf höhermargige Produkte konzentrieren. Deshalb hat er neben dem Geschäft mit Fernsehgeräten in Nordamerika auch die Computermonitor-Herstellung abgestoßen. Angesichts der Flaute musste er aber erst im Dezember sein Ziel aufgegeben, den Gewinn bis 2010 zu verdoppeln. Zudem hatte Kleisterlee bereits vor den milliardenschweren Abschreibungen im vierten Quartal gewarnt.

Der Aktienrückkauf wird vorerst gestoppt. Es gebe wenig Raum für Optimismus, begründete das Unternehmen die Maßnahme. Bereits vor drei Monaten hatte das Management den Rückkauf verlangsamt. Allerdings ist schon mehr als die Hälfte des fünf Milliarden Euro schweren Programms abgearbeitet. Die Dividende für das abgelaufene Jahr wird dagegen stabil bei 0,70 Euro je Aktie gehalten.

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(APA/dpa)