Downloads überholen CD
Die Warner-Music-Tochter Atlantic Records hat in den USA erstmals mit digitalen Downloads mehr umgesetzt als mit dem Verkauf von CDs.
Das US-Label Atlantic Records hat von Juli bis September dieses Jahres mit dem Download von Songs, Alben und Klingeltönen mehr eingenommen als mit dem Verkauf von CDs, berichtete die "New York Times".
Die Warner-Music-Tochter, die unter anderem Death Cab for Cutie und Kid Rock unter Vertrag hat, ist damit das erste große Label in den USA, das den Großteil seiner Umsätze aus digitalen Downloads generiert.
"Meilenstein"
Atlantic-Chef Craig Kallman sprach gegenüber der Zeitung von einem "Meilenstein". Die Freude des Musikmanagers wird allerdings dadurch getrübt, dass die Umsätze aus dem Musikverkauf seit Jahren stark zurückgehen. Die Anzahl der verkauften Downloads steigt zwar rasant, jedoch nicht stark genug, um die Umsatzrückgänge aus dem CD-Verkauf wettzumachen. Die Labels versuchen daher ihr Geschäftsfeld auf Merchandising und Ticketverkäufe auszudehnen.
Gesamtumsätze der Branche sinken
Für heuer erwarten Analysten in den USA Umsätze aus dem Musikverkauf von 10,1 Milliarden Dollar. 2013 sollen es eine Milliarde Dollar weniger sein. Im Vergleich dazu verdiente die Branche 1999 in den Staaten noch 14,6 Milliarden Dollar.
In dem mit Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr steigerte Warner Music seine Umsätze mit digitalen Downloads um 39 Prozent auf 639 Millionen Dollar.
Bei der Atlantic-Mutter Warner Music machten die digitalen Verkäufe von Juni bis September 27 Prozent ihres US-Umsatzes aus.
Sechs Prozent Download-Anteil in Österreich
Marktbeobachter rechnen damit, dass digitale Downloads im Gesamtmarkt nicht vor 2011 CD-Verkäufe überholen. In Österreich machten digitalel Downloads (online und mobil) im vergangenen Jahr nach Angaben des Musikwirtschaftsverbandes IFPI rund sechs Prozent der Gesamtumsätze beim Musikverkauf aus.
