NASA testet interplanetares Netzwerk

WELTRAUM
19.11.2008

Das Jet Propulsion Lab der US-Weltraumbehörde NASA hat den ersten Test mit Disruption Tolerant Networking in seinem Projekt Deep Space Network erfolgreich beendet.

Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat erstmals ein System für interplanetarische Internet-Kommunikation getestet. Das neuartige Verfahren auf der Grundlage von störungsresistentem Networking (Disruption-Tolerant Networking, DTN) soll in der Zukunft komplexe Raummissionen mit mehreren Raumschiffen unterstützen, wie die NASA am Dienstag (Ortszeit) mitteilte. DTN setzt auf das Deep Space Network der NASA auf, von dem bisher zehn Knotenpunkte existieren: Neun davon sind simulierte Marslandefahrzeuge im Jet Propulsion Lab in Pasadena, eines davon ist die Sonde Epoxi, die sich derzeit auf dem Weg zum Kometen Hartley 2 befindet.

Sichere Kommunikation

Bei dem Test wurden zunächst Datenpakete von Dutzenden von Bildern zu Epoxi übermittelt. Bisher, so die NASA, mussten alle Kommunikationsverbindungen im Weltraum manuell eingerichtet werden. Wenn DTN voll spezifiziert sei, könne diese Arbeit entfallen. Im Gegensatz zur Kommunikation in herkömmlichen Telefonnetzen wird bei DTN keine permanente Verbindung zwischen Sender und Empfänger hergestellt. Wenn ein Kommunikationspartner nicht erreichbar ist, gehen die Datenpakete nicht verloren; jeder Netzwerkknotenpunkt hält die Informationen so lange vor, bis sie sicher an den nächsten Punkt weitergegeben worden sind.

"Dies ist der erste Schritt bei der Einrichtung einer vollkommen neuen Kommunikationsmöglichkeit im All, einem interplanetarischen Internet", sagte der Projektverantwortliche bei der NASA, Adrian Hooke. Bei dem Test sei es gelungen, eine Entfernung von mehr als 32 Millionen Kilometern zu überbrücken. Das DTN-System ist darauf ausgelegt, dass auch die im Weltraum üblichen Störungen wie etwa der Vorbeiflug eines Raumfahrzeugs hinter einem Planeten oder Sonnenwinde die Informationsübermittlung nicht unterbrechen können. An der Entwicklung des Systems war auch Vint Cerf beteiligt, der schon am Internet-Kommunikationsprotokoll TCP/IP mitgearbeitet hat.

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(APA/AFP/futurezone)