Wachstumsschub für E-Learning
Unternehmen, Institutionen und Universitäten setzen immer häufiger E-Learning ein, um Inhalte möglichst vielen Personen näher zu bringen.
Die Zukunftsaussichten sind gut: Der Anteil am Aus- und Weiterbildungsbudget soll laut einer Studie von Mummert+Partner von zehn Prozent im Jahr 2001 auf 30 Prozent im Jahr 2005 steigen.
Einer aktuellen Untersuchung von IDC zufolge werden die höchsten Wachstumsraten im Raum Europa, Mittlerer Osten und Afrika [EMEA] erzielt.
Heuer 934 Mio. USD Umsatz
Nicht weniger als 50 Prozent jährlich soll der E-Learning-Markt
demzufolge bis 2006 wachsen ¿ für heuer wird ein Volumen von 934
Millionen US-Dollar prognostiziert. Im Vorjahr hat es 612 Millionen
betragen.
IDCUnternehmen achten auf Kosteneffizienz
Zufrieden ist man auch bei den Anbietern. "Weiterbildung gewinnt in Firmen generell immer mehr an Bedeutung, gleichzeitig wird aber verstärkt auf Kosteneffizienz geachtet¿, berichtet Hubert Haarmann, Leiter E-Business bei Langenscheidt, aus der Praxis. Langenscheidt hat vor rund einem Jahr sein neues Geschäftsfeld E-Learning vorgestellt.
Während der kurzen Geschichte hat das deutsche Unternehmen Kunden wie BMW und Deloitte Touche gewonnen - und viel gelernt. "Akzeptanz beim Anwender für die Lernform zu schaffen ist die Grundvoraussetzung. Die Bereitschaft, sich online weiterzubilden, ist schnell dahin, wenn sich der Lerner erst durch seitenlange Anweisungen scrollen muss oder die Lerninhalte zu wenig praxisrelevant sind."
E-Learning - das ist ein Mosaik aus verschiedenen Lernmethoden, die den Computer als gemeinsamen Nenner haben, wie es Johann Lackner, Geschäftsführer der oberösterreichischen IVG Data, ausdrückt.
"Das Zuschneiden von Inhalt und Aufbereitung auf das jeweilige Unternehmen ist immens wichtig", so Lackner im Gespräch mit der fuZo. "Nur so kann man den größten Hemmschuh von E-Learning ¿ mangelnde Akzeptanz bei Mitarbeitern ¿ umgehen."
IVG DataMaßgeschneiderte Lösungen
Derart maßgeschneiderte Lösungen zahlen sich erst ab 200 Mitarbeitern aus. Bei E-Learning fallen keine Kosten für Reisen oder Nächtigungen an - diese machen gerade bei einem Unternehmen mit vielen voneinander räumlich getrennten Niederlassungen und Zweigstellen den Löwenanteil der Schulungskosten aus.
Dem Unternehmen entgeht weniger wertvolle Arbeitszeit, da das Training nicht an einem fixen Zeitpunkt stattfinden muss, sondern vom Benutzer selbst gesteuert werden kann.
"Ideal¿ und "ohne Alternative¿ ist E-Learning laut Lackner bei der Software-Einschulung. Typische Projekte umfassen das Training von wenigen hundert bis mehreren tausend Mitarbeitern. "Gerade bei teuren Softwareinstallationen sind Unternehmen erpicht darauf, dass diese Investition möglichst bald etwas bringt¿, beobachtet Lackner.
Anders als bei herkömmlichen Seminaren kann der Lernfortschritt stetig überwacht werden. Die Mitarbeiter können den Lernstoff auch mehrmals nachschlagen und können Wissenslücken bei Bedarf auffrischen.
Amerikaner "um nichts vorne"
Sein größter Kunde ist derzeit die deutsche Polizei - rund 77.000 Beamte werden seit Monaten mit Hilfe von IVG-Data-Software trainiert. "Unsere typischen Kunden sind allerdings vor allem Banken oder mittlere bis große Unternehmen aus allen Branchen."
Dem E-Learning-Markt attestiert Lackner gute Chancen. In den nächsten fünf Jahren erwartet er ein mehr oder weniger lineares Wachstum. "Österreich und Deutschland liegen im internationalen Markt recht gut."
Die Amerikaner seien "um nichts vorne¿ - dort herrsche generell eine andere Vorstellung von E-Learning. In den USA trete ein Trainer vor eine Kamera und produziert quasi eine Live-Sendung, die ab und an mit Powerpoint-Präsentationen untermalt wird.
"Dies entspricht einem herkömmlichen Seminar, nur dass es eben ortsunabhängig ist¿, so Lackner. Die inherenten Vorteile eines computergestützten E-Learning-Konzepts würden dabei nicht genutzt.
