15.03.2003

BUSINESS

Bildquelle: google

Google unter "Big-Brother"-Verdacht

Die Bürgerrechtsgruppe Public Information Research hat Google in den USA für die "Big Brother Awards" nominiert.

Ursache für das Misstrauen gegen die wohl derzeit populärste Suchmaschine sind die "langlebigen" Cookies, die Google auf den Rechnern seiner Nutzer platziert. Mit diesen könnte die Suchmaschine, die täglich mehr als 100 Millionen Anfragen bearbeitet, genaue Nutzerprofile erstellen.

Aktueller Anlass für das Misstrauen ist, dass Google neuerdings auch als Werbeagentur auftritt, wobei das Geschäftsmodell darin besteht, Anzeigen zielgerichtet nach Themen zu platzieren - eine Verknüpfung mit den Interessensprofilen der Nutzer läge dabei zumindest nahe.

Neues Geschäftsfeld

Google hat erst Anfang des Monats ein neues Angebot für Werbung gestartet. Das Programm ermöglicht Google, Online-Werbung dynamisch und orientiert am Inhalt einer Website zu platzieren.

Damit weitet das Unternehmen seinen Geschäftsbereich deutlich in Richtung Werbung aus. Das Geschäft mit inhaltsbezogener Online-Werbung auf den Seiten Dritter ist nicht neu, in bestimmten Formen hat diese Art der Werbung sogar den Ärger von Online-Publishern wie Zeitungen erregt.

Der Ansatz von Google könnte jedoch die Suchmaschine zu einem der größten Werbevermarkter im Web machen.

Internationale Datenschutz-Negativ-Preise

Die Datenschutz-Negativpreise "Big Brother Awards" werden seit fünf Jahren in mehreren Kategorien und inzwischen in elf Ländern vergeben.

Die Preise - die in Regel von den "Geehrten" nicht abgeholt werden - gehen an "Personen, Institutionen und Organisationen, die sich bei der Einschränkung oder Gefährdung der Privatsphäre besonders hervorgetan haben".