08.03.2003

HP-MERGER

Deutschlandzentrale von Compaq schließt

Nach der Fusion mit Hewlett Packard [HP] will der Computerhersteller Compaq seine frühere Deutschlandzentrale in München mit rund 600 Stellen schließen.

Den Mitarbeitern würden vergleichbare Arbeitsplätze an einem der beiden Standorte Böblingen und Ratingen sowie zum Teil auch in München angeboten, teilte HP mit.

Ein Sprecher wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern, wie viele der etwa 600 Stellen somit letztlich in München verblieben. Nach Angaben der Gewerkschaft IG Metall Bayern handelt es sich um 150 bis 180 Arbeitsplätze.

HP hatte eigenen Angaben zufolge bereits Mitte 2002 im Zuge des Zusammenschlusses beider Unternehmen den Wegfall von 1100 in Deutschland Stellen angekündigt. 750 Arbeitsplätze seien inzwischen über Altersteilzeitregelungen, freiwillige Abfindungen und interne Versetzungen abgebaut worden, hieß es. "Die Erfahrung bei Verlagerungen hat gezeigt, dass nicht alle Mitarbeiter mobil sind. Wir erwarten deshalb, über diese Maßnahmen auch den noch ausstehenden Stellenabbau abschließen zu können", erklärte Fritz Schuller, Arbeitsdirektor bei HP.

Das Management wolle sich mit diesem Vorgehen elegant aus der Verantwortung für die Streichung von über 350 Stellen stehlen, hieß es von Gewerkschaftsseite. Die Beschäftigten sollten nach dem Motto "wer nicht mitgeht, ist selber Schuld" für ihren Arbeitsplatzverlust die Verantwortung tragen. Für die Verlagerungen gebe es keine betriebswirtschaftlichen Gründe.