Restrukturierung bei Siemens Österreich
Die Siemens AG Österreich baut im Elektronikwerk Wien [EWW] 100 Mitarbeiter ab und konzentriert das Werk, das bisher auf die beiden Standorte Wien Floridsdorf und Wien Landstraße aufgeteilt war, am Standort Floridsdorf.
Das EWW war im abgelaufenen Geschäftsjahr 2001/02 [per Ende September] nach gescheiterten Sanierungsversuchen wieder in die negativen Zahlen gerutscht und hatte einen Verlust von 12 Mio. Euro geschrieben. Im EWW beschäftigt Siemens an beiden Standorten aktuell 960 Mitarbeiter.
Mit den nun eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen - dem Personalabbau und der Standortzusammenlegung - gehe Siemens davon aus, das Werk im laufenden Geschäftsjahr 2002/03 "wieder nachhaltig wirtschaftlich erfolgreich" zu machen, sagte Siemens Österreich-Sprecher Karl Strasser.
Urspüngliche Idee Burgenland
Siemens hatte ursprünglich überlegt, das EWW an den
Siemens-Standort Siegendorf ins Burgenland zu verlegen. Die
Übersiedlung an den Standort Floridsdorf, mit der ab sofort begonnen
werde, werde voraussichtlich bis Jahresende 2003 abgeschlossen sein.
Siemens Österreich"Beste Variante"
"Wir haben uns nach langen Diskussionen für die Variante Wien entschieden, weil wir mit der Variante Burgenland mit hoher Wahrscheinlichkeit wichtige Leistungsträger verloren hätten. Das wollten wir in der angespannten Situation nicht riskieren", begründete Siemens Österreich-Generaldirektor Albert Hochleitner die Standortwahl.
"Dies ist die beste Variante, um den Standort Wien für das Elektronikwerk zu erhalten", meinte auch der Siemens-Zentralbetriebsrat dazu.
Der geplante Mitarbeiterabbau werde in den kommenden zwei Wochen dem AMS Frühwarnsystem gemeldet, sagte Strasser. Die 100 Kündigungen würden "durch ein Bündel von Sozialmaßnahmen abgefedert".
Im Elektronikwerk Wien werden elektronische Komponenten für mehrere Bereiche der weltweit agierenden Siemens AG sowie für den Eigenbedarf der Siemens AG Österreich gefertigt.
