06.03.2003

ÖSTERREICH

Bildquelle: Tel.me

Tel.Me auf dem Weg zu Gewinnen

Der österreichische Handyentwickler Tel.Me sieht sich auf Expansionskurs. 2002 wurden vier bis fünf Mio. Euro Umsatz erzielt, 2003 ist eine Vervierfachung auf "mindestens 20 Mio. Euro" geplant, sagte Tel.Me-Vorstandsvorsitzender Manfred Jahn heute.

Seit Oktober sei das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen [EBITDA] positiv, das Jahresergebnis werde 2002 aber noch einen Verlust aufweisen. Für 2003 seien erstmals Gewinne geplant.

Tel.Me werde sich künftig bei Handys "auf den Multimedia-Bereich" konzentrieren und keine klassischen Sprachtelefoniehandys mehr bauen, betonte Jahn. Auf dem regulären Handymassenmarkt könnte Tel.Me mit dem Mitbewerb nicht mit den Preisen mithalten.

Kooperation mit A1 und Co

2002 hat Tel.Me nach eigenen Angaben 20.000 Handys abgesetzt, allerdings nur 1.500 davon auf dem österreichischen Markt. 90 Prozent des Umsatzes entfielen 2002 auf weltweite Exporte.

Heuer sollen 100.000 Stück der drei neuen Multimedia-Phones [T919, T919i, T918], die auf der weltgrößten IT-Messe Cebit in Hannover vorgestellt werden sollen, nach Hongkong, Deutschland, England, Schweiz, Australien, Schweden, Frankreich, China, Indien, Spanien, Kroatien, Ungarn, Holland und möglicherweise Indonesien geliefert werden, kündigte Jahn an.

In Österreich werde der Handyhersteller, der bisher ausschließlich den Handel beliefert hat, erstmals auch an ein bis drei österreichische Handynetzbetreiber direkt liefern. Hier zu Lande sollen heuer 10.000 Handys abgesetzt werden.

Produktion in Estland

Tel.Me lasse seine Mobilfunkgeräte nicht mehr wie bisher in Taiwan, sondern in Tallinn [Estland] beim weltweit ältesten und Europas drittgrößten Handyhersteller Elcoteq produzieren. Künftig werde man auch einen zweiten Fertiger unter Vertrag nehmen, so Jahn.

Heuer sei mit 1,6 Mio. Euro ein ähnliches Investitionsvolumen geplant wie im Vorjahr. 25 Prozent des Tel.Me-Umsatzes entfielen 2002 auf MP3-Player, heuer werde der Anteil auf zehn Prozent sinken.

Ein Börsengang sei derzeit nicht geplant, bemerkte Jahn. Man wolle es nicht der New Economy nachmachen und ein Jahr nach dem Börsengang kein Geld mehr haben. Außerdem brauche ein Unternehmen mindestens drei bis fünf Jahre, um die notwendige Stabilität aufweisen zu können.