Texas testet Online-Grenzüberwachung

04.11.2006

Im US-Bundesstaat Texas sollen Internet-Nutzer via Webcam bei der Überwachung der Grenze zu Mexiko helfen. Am Freitag wurden erste Tests gestartet. Anstatt verdächtiger Aktivitäten wurden bisher jedoch nur technische Probleme gemeldet.

Am Freitag startete Texas erste Tests zu einem bereits im vergangenen Juni angekündigten Online-Grenzüberwachungsprogramm. Dazu wurden an der Grenze zu Mexiko Webcams aufgestellt.

Der texanische Gouverneur Rick Perry rief Internet-Nutzer dazu auf, dem US-Grenzschutz zu helfen und verdächtige Personen, Bewegungen und Ereignisse via E-Mail den Behörden zu melden. Auch eine Telefon-Hotline wurde eingerichtet.

Die Kameras verfügen über eine Nachtsichtfunktion, sodass die Überwachung rund um die Uhr gesichert ist.

Technische Probleme

Bislang wurden lediglich acht Kameras installiert. Anstatt illegaler Grenzübertritte meldeten Besucher der Site allerdings technische Probleme bei der Übertragung.

Die Bilder seien zu unscharf und grobkörnig. Außerdem wurden die Webcams zu hoch positioniert, so dass es schwierig sei, Menschen von Pflanzen zu unterscheiden, berichtete die Nachrichtenagentur AP.

Fünf-Millionen-Dollar-Projekt

Im Rahmen des fünf Millionen Dollar teuren Projekts sollen mehrere Dutzend Webcams an der 3.100 Kilometer langen Grenze zwischen Mexiko und den USA aufgestellt werden.

"Schritt in Richtung Polizeistaat"

Menschenrechtsorganisationen hatten die Aktion bereits im Vorfeld der Tests scharf verurteilt. Das Programm würde die an der Grenze lebenden Menschen verunsichern und zu rassistischen Übergriffen führen.

Die Aktion sei ein weiterer Schritt in Richtung Polizeistaat, kritisierte ein Sprecher der League of United Latin American Citizens am Freitag den Testlauf.

(futurezone | Reuters | AP)