Wanadoo schreibt schwarze Zahlen
Der französische Internet-Anbieter Wanadoo, eine Tochter des Telekom-Konzerns France Telecom, hat 2002 zum ersten Mal in seiner Unternehmensgeschichte einen Nettogewinn erwirtschaftet.
Der Jahresüberschuss habe 30 Millionen Euro betragen, teilte Wanadoo am Montag mit. Das EBITDA bezifferte das Unternehmen auf 90 Millionen Euro nach einem Vorjahresverlust von 64 Millionen Euro. Der Umsatz stieg um 33 Prozent auf 2,07 Mrd. Euro.
Damit ist das Unternehmen der erste große europäische Anbieter mit schwarzen Zahlen im Gesamtjahr. Im Vorjahr hat der Verlust noch 193 Mio. Euro betragen.
Für 2003 erwarte Wanadoo ein 25- bis 30-prozentiges Umsatzplus und einer Verdreifachung des EBITDA. Das Nettoergebnis soll "stark zunehmen". Wanadoo zählte Ende 2002 insgesamt 8,5 Mio. Kunden, 41 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
WanadooGute Geschäfte und weniger Steuern
Ursachen für den Ergebnisanstieg seien Steuervergünstigungen und das gute Geschäft der Telefonbuchsparte. Analysten hatten ein EBITDA von durchschnittlich 68 Millionen Euro erwartet.
Gemeinsam mit der deutschen T-Online gehört Wanadoo zu den erfolgreichsten Anbietern der Branche in Europa, die als eine der wenigen Technologiesektoren überhaupt ein deutliches Wachstum verzeichnet.
T-Online will nach Worten von Vorstandschef Thomas Holtrop für 2002 ein EBITDA von 100 Millionen Euro erreichen. Die Zahlen zum Gesamtjahr sollen am 13. März veröffentlicht werden.
Aktien gestiegen
Wanadoo-Aktien stiegen am Montag an der Pariser Börse auf einem freundlichen Gesamtmarkt zunächst um 3,23 Prozent auf 4,79 Euro, gaben im weiteren Verlauf aber deutlich nach.
