AOL baut Portalgeschäft in Europa aus
Das US-Internet-Unternehmen AOL geht noch heuer in Österreich mit einem eigenen Webportal an den Start und will künftig weltweit präsent sein.
Nach Deutschland, Großbritannien und Frankreich will AOL bald auch in Österreich präsent sein. Dies kündigte David Liu, der Verantwortliche für das Portalgeschäft des Internet-Konzerns im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" an.
Auch ein Portal für die Schweiz und für Türken in Deutschland und in Folge ein türkisches AOL-Portal steht laut Liu auf der Agenda des Unternehmens. AOL wolle künftig weltweit präsent sein, sagte Liu.
Werbegeschäft im Fokus
Laut "Süddeutscher Zeitung" sieht der Plan vor, bestehende AOL-Portale zu klonen und mit lokalen Inhalten zu bespielen. AOL will mit der Expansion in Europa mehr Nutzer erreichen und seine Werbeeinnahmen steigern.
Zugangsgeschäft verkauft
Vor kurzem hatte AOL sukzessive sein Internet-Zugangsgeschäft in Europa verkauft. Der Konzern will künftig fast ausschließlich mit Werbeeinnahmen im PortalGeschäft Geld verdienen. Sowohl in den USA als auch in Europa war das Zugangsgeschäft immer stärker unter Druck geraten. Vor allem Kabelanbieter machten dem Konzern zu schaffen.
Kundenexodus
AOL kämpft laut einem internen Papier, das von der Zeitung zitiert wird, mit einem massiven Mitgliederschwund. Bis zum August hatte der Konzern jedes sechste Mitglied verloren.
Das Suchportal der Time-Warner-Tochter musste einen Einbruch des Marktanteils von 36 Prozent hinnehmen.
Der Rückgang im Suchgeschäft dürfte eine direkte Folge der Herausgabe von Suchanfrage-Daten im Juli dieses Jahres sein. Damals hatte AOL zu Forschungszwecken anonymisierte Daten zu rund 20 Millionen Suchmaschinenanfragen von mehr als 65.000 seiner Kunden ins Netz gestellt.
Die Herausgabe der Suchdaten sorgte weltweit für heftige Diskussionen und führte zur Entlassung der Technologie-Chefin des Unternehmens und zweier weiterer Mitarbeiter. Auch eine Sammelklage in der Causa ist anhängig.
Kopien erfolgreicher Angebote
AOL will darüber hinaus auch sein Angebot verbessern. Dabei setzt der Konzern auf das Kopieren erfolgreicher Webangebote. So soll etwa AOL Pictures der Foto-Sharing-Site Flickr Konkurrenz machen, AIM Pages zielt auf die Klientel von MySpace und bald soll das hauseigene Videoportal Uncut dem Google-Angebot YouTube zusetzen.
