26.02.2003

MODERN SLAVES

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Staubsauger-Roboter im fuZo-Test

Der Traum vom gehorsamen Haushaltsroboter, der selbstständig alle Hausarbeiten erledigt, ist zwar noch in weiter Ferne, doch in Teilbereiche haben die blechernen Helfer bereits Einzug gehalten.

Grund genug für die futureZone, die zwei seit Anfang des Jahres auf dem österreichischen Markt erhältlichen Staubsauger-Roboter einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Rein äußerlich erinnert sowohl der burgunderrote Trilobite von Electrolux [13 cm Höhe, 35 cm Durchmesser] als auch das etwas flachere Modell RoboCleaner RC 3000 von Kärcher [10 cm Höhe, 28,5 cm Durchmesser] im typischen gelb-schwarzen Design an ein UFO.

Doch die beiden Kontrahenten arbeiten mit verschiedener Technik.

Daten und Fakten

Während Trilobite mit Ultraschallsensoren Hindernisse selbstständig erkennt und umfährt, arbeitet sich der RoboCleaner durch reines Tasten voran. Er stößt sanft gegen alles, was sich ihm in den Weg stellt, weicht aber schnell wieder zurück und führt seine Suche nach dem Schmutz gewissenhaft fort.

Kärchers RoboCleaner verfügt außerdem über einen integrierten Stufensensor, der einen gefährlichen Sturz verhindert. Beim Trilobite können durch Aufkleben von magnetischen Sicherheitsstreifen virtuelle Barrieren errichtet werden.

Beim Putzteufel von Electrolux hat man die Wahl zwischen drei Saugprogrammen [Normal-, Schnell- und Stellensaugen]. Im Test wurde das Normalprogramm verwendet.

Das Kärcher-Modell saugt hingegen nach einer Zeitvorgabe [drei, sechs oder gar neun Stunden]. Beide Geräte finden ihre Ladestationen selbstständig und führen den Saugvorgang bei Bedarf nach dem Laden fort.

Der Test-Parcours

In der etwa 25 m2 großen Testumgebung mit Teppichboden und allerlei Hindernissen wie Kasten und Bett wurden sechs vorher markierte Stellen mit verschiedensten Arten Schmutz [Federn, Asche und Zigarettenstummel, Staub, Steinchen] bestückt.

Auch ein [vorsichtshalber leeres] Weinglas wurde mitten im Raum aufgestellt. Beide Modelle wurden nacheinander unbeaufsichtigt auf den Dreck losgelassen.

Schon beim Aktivieren ist ein wesentlicher Unterschied hörbar. Die Geräuschentwicklung des Trilobite beim Saugen gleicht einem herkömmlichen Staubsauger.

Das Ergebnis

Im Normalprogramm fährt der Trilobite erst den äußeren Rand des Raums ab, gibt eine Zeitschätzung für die benötigte Saugdauer [in unserem Fall 25 Minuten] ab und beginnt dann nach dem Zufallsprinzip den Rest des Raumes zu kreuzen.

Durch seine Ultraschallsensoren erkennt er auftretende Hindernisse [etwa einen Bettfuß], saugt gezielt einmal darum herum und setzt dann seine Fahrt fort. Nach den errechneten 25 Minuten waren fünf der sechs markierten Stellen frei von jeglichem Schmutz.

Der RoboCleaner beginnt sofort ohne vorheriges Scannen mit dem ebenfalls zufälligen Saugen kreuz und quer durch den Raum. Er startete zwar mit seinem Standard-drei-Stunden-Programm, doch um die Ergebnisse vergleichen zu können, wurde nach 25 Minuten reiner Saugdauer [zeitweiliges Entladen nicht eingerechnet] eine Zwischenbilanz gezogen.

In dieser ersten Zwischenzeit führte ihn sein Weg allerdings erst an zwei der sechs [zugegeben trickreich platzierten] Schmutzbereiche vorbei und er reinigte diese. Nach zwei Stunden erhöhte sich die Zahl auf vier von sechs. Durch sein nahezu geräuschloses Arbeiten störte jedoch auch die längere Saugdauer nicht.

Die verschiedenen Schmutzarten stellten für beide Modelle kein Problem dar.

Der RoboCleaner scheint seine Arbeit dank integriertem Schmutzsensor etwas ernster zu nehmen, an Stellen, die ihm vermehrt schmutzig erscheinen, fährt er geduldig mehrmals hin und zurück, um auch wirklich restlos sauber zu reinigen.

Der Trilobite macht dafür beim Durchkreuzen des Raumes einen wesentlich schlaueren Eindruck, mit Hilfe seiner Sensoren steuert er gezielt um jedes noch so schwierige Hindernis herum, statt nur die Fahrtrichtung zu ändern.

Fazit:

Das Aufräumen und Bierholen nimmt einem inzwischen zwar niemand ab, das Staubsaugen kann man aber bereits getrost einem Roboter überlassen.

Diese ersparen einem wertvolle Zeit, mühsame Verrenkungen unter Betten und Sofas und punkten trotz rein zufälliger Saugroute mit einem wirklich erstaunlichen Ergebnis.

Versteckt sich der Staub direkt in den Rändern an der Wand oder in Winkeln, muss jedoch noch selbst Hand angelegt werden. Auf Grund der runden Form der Geräte erreichen die rotierenden Bürsten an der Unterseite diese Stellen naturgemäß nicht.

Ein weiterer Wermutstropfen ist sicherlich der Preis: Technikbegeisterte Hausarbeitsmuffel müssen für den RoboCleaner von Kärcher 1.690 Euro und für den Trilobite von Electrolux 1.599 Euro berappen.

Da die blechernen Helfer etwas länger brauchen als ein geübter menschlicher Putzteufel, empfiehlt es sich, die Geräte bei Verlassen der Wohnung einzuschalten.

Staubsaugen als Unterhaltung

Im fuZo-Test zeigte sich aber auch, dass das Zusehen bei der Saugarbeit alle Testpersonen zumindest ein Weilchen faszinierte und Saugerfolge mit kindlicher Freude beobachtet und oft sogar mit wohlwollendem Lob bedacht wurden.