Automatisierte Video-News

28.10.2006

Forscher an der Northwestern University im US-Bundesstaat Illinois arbeiten an einer Software, die animierte Nachrichtenclips aus vorhandenen Inhalten im Netz erstellt. Als Sprecher kommen dabei Charaktere aus dem Ego-Shooter "Half-Life 2" zum Einsatz.

Eine Software, die derzeit am Infolab der US-Universität entwickelt wird, verspricht einen automatisch erstellten Videonachrichtenüberblick zu aktuellen Ereignissen.

Stichwörter als Ausgangspunkt

"News at Seven", so der Titel des Projektes, durchsucht RSS-Feeds von internationalen Nachrichten-Sites und Weblogs nach zuvor eingegebenen Stichwörtern.

Danach wird das gefundene Material aufbereitet. Dabei werden die Nachrichten analysiert und in TV-gerechte, leicht fassbare Sätze verpackt.

Videos aus dem Netz

Ergänzend dazu werden Online-Videoplattformen wie YouTube nach Videosequenzen durchstöbert, die in die Clips eingearbeitet werden.

Virtuelle Sprecher

Moderiert werden die so entstehenden Videoclips von Charakteren aus dem Computerspiel "Half-Life 2", die über eine Sprachsoftware mit den Nachrichtentexten gefüttert werden.

Nordkorea und Hollywood

Erste Versuche sind, wie zwei vom Forschungsprojekt veröffentlichte Beispielvideos beweisen, durchaus gelungen. Die im WMV-Format veröffentlichten rund drei Minuten langen Clips zeigen auch, dass die Software vielseitig einsetzbar ist.

Neben einem Bericht zu Nukleartests in Nordkorea gibt es einen kurzen Beitrag über Hollywood-Prominenz, in dem ein virtuelles Moderatorenduo unter anderem über Brad Pitt, Angelina Jolie und Jennifer Aniston berichtet.

Tägliche Sendung

Bis Jahresende will das Forschungsprojekt so weit sein, täglich eine kurze Nachrichtensendung mit drei bis vier Beiträgen zu produzieren. In Folge soll das Angebot auch personalisiert werden können.

Dass die automatisierten Videonachrichten eine Konkurrenz für das einschlägige Angebot im Fernsehen werden könnten, glauben die Forscher übrigens nicht.

Mash-up

"News at Seven" sei allenfalls ein ambitioniertes Experiment, ein Mash-up, das Daten aus verschiedenen Quellen im Netz neu zusammenfügt, sagte ein Sprecher des Projekts gegenüber dem Wissenschaftsmagazin "New Scientist". Computergenerierte Nachrichtenclips könnten aber durchaus Leute ansprechen, die sich keine TV-Nachrichten ansehen.

(futurezone | New Scientist)