Holland soll Eldorado für P2P werden
Das niederländische Unternehmen PGR will künftig Rechtsberatung, Software und sonstige Hilfestellung für Unternehmen bereitstellen, die Peer-to-Peer-Services [P2P] wie Kazaa und Limewire anbieten.
Demnach plant PGR-Chef Pieter Plass mit seinem Projekt "The Honest Thief" ["Der ehrliche Dieb"] die Niederlande zur Schweiz der Tauschbörsen zu machen. PGR macht sich dabei ein Gerichtsurteil zu Gunsten der Online-Musiktauschbörse Kazaa zu Nutze.
Ob dieses Kalkül aufgeht, ist allerdings nicht zuletzt davon abhängig, ob das niederländische Höchstgericht die Entscheidung bestätigt und damit Kazaa & Co einen Zufluchtsort vor der US-Justiz bietet.
Kazaa ist nicht verantwortlich
Im vergangenen Jahr hat ein niederländisches Gericht entschieden,
dass Kazaa, damals noch im Besitz des Gründers, nicht für die
Copyright-Verletzungen der User verantwortlich ist. Das
Software-Unternehmen könne nicht kontrollieren, wie die
File-Sharing-Software genutzt werde. Die Kläger haben jedoch
berufen.
Kazaa ist nicht für Nutzung verantwortlich"Ehrliches Geld"
Eine endgültige Entscheidung des Höchstgerichts wird im Herbst erwartet. Diese Situation will Plass nutzen, um "ehrliches Geld" zu verdienen. Sein in Arnheim ansässiges Neun-Mann-Unternehmen habe eine Software entwickelt, die ähnlich arbeitet wie die bekannter P2P-Systeme.
Die Musikindustrie sieht das naturgemäß anders. RIAA-Präsident Cary Sherman versicherte, dass die US-Musikindustrie ihre Urheberrechte auch außerhalb der USA durchsetzen werde. Die Entscheidung des niederländischen Gerichts bezeichnete er als "Fehlentwicklung", die "rückgängig gemacht wird".
US-Gerichte auf der Jagd nach Kazaa
Die ursprünglich niederländische Tauschbörse Kazaa ist inzwischen
im Besitz des in Vanuatu gemeldeten Unternehmens Sharman Networks.
Ein US-Gericht hat entschieden, dass Kazaa dennoch in den USA
verklagt werden darf.
Kazaa darf in den USA geklagt werden
