Europäische Patentprüfer streiken
Mehr als 1.000 Patentprüfer haben am Mittwoch mit einem Streik in München vor einem Qualitätsverlust im Europäischen Patentamt gewarnt.
Durch ein neues Beurteilungssystem zähle künftig vor allem die Anzahl der geprüften Patentanträge, kritisierte die Internationale Gewerkschaft im Europäischen Patentamt.
Da es einfacher sei, ein Patent zu erteilen als es abzulehnen, gefährde dies die Arbeit der gesamten Behörde. In der Niederlassung in Den Haag hätten bereits am Dienstag zahlreiche Patentprüfer gegen das neue Beurteilungssystem protestiert.
Jährliche Leistungsvorgabe
In dem neuen Beurteilungssystem ist unter anderem eine jährliche Leistungsvorgabe geplant. Darin wird festgelegt, wie viele Patentanträge die Prüfer pro Jahr bearbeiten sollten. Die Behörde will dadurch nach Angaben eines Sprechers mehr Planungssicherheit erlangen.
Die Gewerkschaft befürchtet hingegen, dass die Quantität der Arbeit künftig höher bewertet wird als die Qualität. In den letzten zehn Jahren sei die Produktivität der Prüfer bereits um 30 Prozent gesteigert worden.
(dpa)
