Einfache Herstellung von Flachbildschirmen
Flüssigkristall-Flachbildschirme herkömmlicher Notebooks haben den Nachteil, dass das Bild nur von vorne gut erkannt werden kann.
Organische Leuchtdioden [Organic Light Emitting Diodes, OLEDs] bieten einen größeren Blickwinkel, werden bisher aber nur bei kleineren Geräten wie Mobiltelefonen, MP3-Playern und Autoradios eingesetzt.
Forscher der Universität München haben nun ein einfaches Verfahren vorgestellt, das Flachbildschirme aus Polymerlösungen erzeugt.
Herstellung von Poly-LEDs
Polymer-LEDs [Poly-LEDs], die im Gegensatz zu OLEDs aus
längerkettigen Kunststoffmolekülen bestehen, sind vereinzelt bereits
im Einsatz. Zur Herstellung wird die Polymerlösung einfach in einen
Tintenstrahldrucker gefüllt und der Bildschirm ausgedruckt.
Kommerziell wurden mit diesem Verfahren bisher allerdings nur
einfarbige Displays hergestellt.
Organische Displays vor dem BoomMolekülketten vernetzen sich bei Licht
Die Münchner Chemiker können mit ihrem neuen Verfahren dagegen auch farbige Displays auf einfache Weise produzieren.
Inspiriert von der Fotolithografie entwickelten sie eine Polymerlösung, deren Molekülketten sich bei der Bestrahlung mit Licht miteinander vernetzen.
Diese Lösung wird auf eine Elektrode gebracht und durch eine Lochmaske mit Licht bestrahlt. Anschließend wird das Polymermaterial an den Stellen, die von der Maske bedeckt wurden, mit einer Lösung weggewaschen.
Die miteinander vernetzten Molekülketten bleiben an der Elektrode haften und werden anschließend fixiert.
Dieser Prozess wird noch zwei Mal mit anderen Farbvarianten der Polymerlösung wiederholt, sodass zum Schluss ein Farbdisplay aus roten, grünen und blauen Polymerlösungen entsteht.
Ob die neuen Geräte auch eine ausreichende Lebensdauer aufweisen können, muss jedoch erst geklärt werden.
Uni München
