Comic-Held als Unterhaltungsroboter
Der japanische Spielehersteller Bandai will einen der bekanntesten japanischen Comic-Helden zum Leben erwecken und als Roboter auf den Markt bringen.
Anders als die liebliche "Hello Kitty", auch bei uns durch diverse Merchandising-Produkte ein Begriff, ist die blaue Roboterkatze "Doraemon" hier zu Lande noch relativ unbekannt.
In Japan kamen 1969 die ersten Comics über den etwas tolpatschigen Doraemon mit dem immerwährenden Lächeln auf dem ohrenlosen großen Katzenkopf auf den Markt. Bis heute ist die Begeisterung für die Figur ungebrochen.
Bis 2010 soll nun im Rahmen des ehrgeizigen "Real Dream Doraemon Project" der Unterhaltungsroboter "Doraemon", der auch als Lernbehelf für Kinder dienen soll, fertig gestellt sein.
Die Geschichte
Doraemon wurde von einem Nachfahren des Schulbuben Nobitas in die
Vergangenheit geschickt, um Nobitas zu helfen. Sonst würde dieser
sein Leben verpatzen und so viele Schulden machen, dass noch seine
Nachfahren darunter zu leiden hätten. Nobitas und Doraemon, der aus
einer 4-dimensionalen Bauchtasche immer wieder fantastische Gadgets
aus der Zukunft holt, durchleben so zahlreiche Abenteuer.
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Alles zu DoraemonAbgespeckter Prototyp ist fertig
Ein beweglicher, 25 Zentimeter hoher Prototyp wurde bereits im vergangenen Jahr der Öffentlichkeit präsentiert.
Diese erste abgespeckte Version beschränkt sich jedoch noch auf die Grundfunktionen der Spracherkennung. So kann er den Kopf in die Richtung drehen, aus der er eine Stimme hört, und reagiert auf einfache Kommandos mit einer vorgegebenen Handlungsweise wie zum Beispiel mit Winken oder dem Öffnen seiner Bauchtasche.
Als nächster Schritt soll 2006 "Doraemon the Friend" produziert werden. Dieser 70 Zentimer große Roboter soll sich bereits auf zwei Füßen fortbewegen und seine Umgebung über verschiedene Sensoren wahrnehmen können. Auch seine Gefühle soll der Roboter über ein LCD zum Ausdruck bringen.
Modell BN-7
Die Spracherkennungsfähigkeiten des ersten Prototyps basieren auf
Bandais "BN-7"-Roboter. Dieser versteht 100 Wörter und kann seine
Antwort aus einem Kontingent von 65.000 Phrasen wählen.
Roboter erkennt Stimmen und Gesichter
Comics bei comics.ORF.at2010 kommt intelligenter Doraemon
2010 soll schließlich die finale Version der Roboterkatze mit einer Höhe von 130 Zentimetern [entspricht den Maßen der Figur im Comic] fertig gestellt sein.
Der fertige "Real Dream Doraemon" soll sich dann selbst mit Hilfe künstlicher Intelligenz weiterentwickeln. Auch selbstständig sprechen, handeln und sich auf zwei Beinen fortbewegen soll der blaue Roboter.
"Neben Sony ist Bandai wohl das einzige Unternehmen, das ernsthaft an der Entwicklung eines Unterhaltungsroboters für zu Hause arbeitet", erklärt Yoshinori Haga vom Bandai Robot Laboratory.
Doch anders als Sony, das viele elementare Technologien selbst entwickelt, vertraut Bandai auf Partnerschaften mit anderen Unternehmen. Hardware und Basis-Software werden anderen überlassen, während sich Bandai auf Anwendungsprogramme konzentriert, welche die Kommunikation mit dem Nutzer verbessern sollen.
Evolution Robotics
Der "ER1" aus dem Hause Evolution Robotics soll ein gewöhnliches
Windows-Notebook in die Steuereinheit für einen "lernfähigen
Hausdiener" verwandeln. In der Grundversion muss der Benutzer nur
noch sein Notebook über die USB-Schnittstelle anstecken und die
Software installieren.
Notebook wird zum "Roboter"Kooperationen für visuelle Fähigkeiten
Um das Projekt weiter voranzutreiben, ist Bandai nun eine Kooperation mit dem US-Unternehmen Evolution Robotics, das Softwareplattformen für Roboter entwickelt, eingegangen.
Auch eine Allianz mit dem japanischen Unternehmen Gentech, das Bilderkennungssoftware entwickelt, wurde bereits geschlossen. Gentechs Produkte sollen zur Erkennung von Personen eingesetzt werden.
Evolution Robotics steuert die Softwareplattform "Evolution Robotics Software Platform" [ERSP] bei. Mit dieser soll der fertige Doraemon-Roboter auf der Basis von visuellen Eindrücken navigieren und agieren und auch Texte aus einem Buch vorlesen können.
Als nächstes will Bandai die Spracherkennung in Angriff nehmen. Doch noch ist man auf der Suche nach einer Software, die zwischen den Stimmen der einzelnen Familienmitglieder auch vor einer lauten Geräuschkulisse wie dem laufenden Fernseher unterscheiden kann.
