18.02.2003

KREDITKARTEN

Bildquelle: ORF.at

Datendiebstahl weitet sich aus

Der Skandal um entwendete Kreditkartenkonten in den USA weitet sich immer mehr aus.

Nach jüngsten Schätzungen von Mastercard kamen vermutlich die Daten von mehr als acht Millionen Kreditkarten nach einem Einbruch in die Rechner eines Drittunternehmens, das Kreditkartenabrechnungen bearbeitet, in falsche Hände.

Laut CNN sind mittlerweile auch Kreditkarten von American Express und Discover betroffen. Nach Angaben von CNN wurde damit jede hundertste Visa- und Mastercard in den USA geknackt.

Bis dato keine Kontenmanipulationen

Visa erklärte, dass die Daten von 3,4 Millionen Kartenkonten "abhanden" gekommen seien. Bei Mastercard sprach man von 2,2 Millionen Datensätzen. American Express und Discover wollten keine Stellungnahme zu genauen Zahlen abgeben. In den USA zirkulieren nach Branchenschätzungen insgesamt 574 Millionen Kreditkarten von Visa und Mastercard.

Laut Visa und American Express habe es bei den Kundenkonten keine Manipulationen gegeben, aber die Situation werde überwacht. Mastercard konnte keine Angaben machen, untersucht aber noch.

Mastercard erklärte, über den Vorfall bereits in der ersten Februarwoche informiert worden zu sein. Ein Finanzinstitut hat, nach der Informierung durch Mastercard letzten Freitag, 8.800 Karten gesperrt, auf deren Konten Transaktionen durchgeführt worden sind.

Weitere Ermittlungen laufen

"Visas Team zur Abwehr von Fälschungen hat unverzüglich alle Finanzinstitute unterrichtet, die unsere Kreditkarten herausgeben", teilte Visa mit. Außerdem arbeite man eng mit den Drittfirmen zusammen, welche die Transaktionen verarbeiten, um sie vor künftigen Einbrüchen zu schützen.

Geheimhaltung über Tathergang

Keines der Kreditkartenunternehmen wollte den Namen der betroffenen Firma preisgeben oder Details über den Tatvorgang nennen. Damit kann bis dato noch nicht gesagt werden, ob der Einbruch von außen [durch Fremde] oder innen [durch Angestellte] durchgeführt wurde.