Londons Verkehrsüberwachung gestartet
Begleitet von Protesten, aber dennoch weitgehend reibungslos ist am Montag das Mautsystem für die Londoner Innenstadt in Kraft getreten.
Ab 7.00 Uhr mussten Autofahrer auf dem Weg ins Zentrum eine Tagesgebühr von fünf Pfund [7,50 Euro] entrichten.
Ein Netz von 800 Kameras überwacht die 21 Quadratkilometer große Innenstadtzone. Anhand der Nummernschilder wird überprüft, ob eine Einfahrtsgebühr bezahlt wurde.
Das System soll eine Genauigkeit von 90 Prozent aufweisen.
Strafen
Wer ohne Erlaubnis ertappt wird, bekommt noch eine Gnadenfrist
bis Mitternacht eingeräumt, um nachzulösen. Ansonsten kostet das
Vergehen 40 Pfund Strafe. Wird auch nach zwei Wochen noch nicht
gezahlt, verdoppelt sich die Summe, nach vier Wochen verdreifacht
sie sich.

Kameras erfassen auch Gesichter der Fahrer
Schon im Vorfeld protestieren Datenschützer lautstark gegen das neue System, bei dem Hunderte fest installierte und mobile Kameras nicht nur die Kennzeichen der Fahrzeuge einlesen, sondern, ausgerüstet mit speziell entwickelter Software auch die Gesichter der Fahrer erfassen können sollen.
Während die Kennzeichen darauf überprüft werden, ob eine Maut bezahlt wurde, könnten die Gesichter mit den Datenbanken von Polizei und Geheimdienst abgeglichen werden, um Verbrecher oder auch mutmaßliche Terroristen zu schnappen.
Großbritannien mit höchster Kameradichte
Großbritannien ist weltweiter Spitzenreiter, was die Anzahl der
installierten Überwachungskameras betrifft. 2,5 Millionen Kameras
sind zum Zwecke der Prävention und Entdeckung von Verbrechen quer
über das Land verteilt, das entspricht einem Anteil von zehn Prozent
aller Überwachungskameras weltweit.
