IFPI startet neue Klagewelle

8.000
17.10.2006

Der Internationale Verband der Musikindustrie [IFPI] setzt bei der Bekämpfung von Tauschbörsennutzung weiter auf den gerichtlichen Weg.

Die Musikindustrie hat eine neue Klagewelle gegen Tauschbörsennutzer losgetreten. Insgesamt 8.000 Klagen seien laut IFPI [International Federation of the Phonographic Industry] in 17 Ländern eingereicht worden, darunter auch erstmals in Brasilien, Mexiko und Polen.

Die Betroffenen hätten die P2P-Plattformen BitTorrent, eDonkey, DirectConnect, Gnutella, Limewire, SoulSeek und WinMX genutzt.

Vergleich für 3.000 Dollar

Im Visier sind dabei in erster Linie "Uploader", also Nutzer, die ihre Musiksammlung in Tauschbörsen zur Verfügung stellen. Laut IFPI werden dabei immer öfter Eltern für die Urheberrechtsverletzungen ihrer Kinder zur Rechenschaft gezogen.

Insgesamt wurden weltweit bereits über 30.000 Klagen gegen Filesharer eingereicht - rund 2.300 Betroffene hätten sich auf einen Vergleich und damit auf eine Zahlung von rund 3.000 Dollar geeinigt.

Online-Musik gewinnt

Insgesamt machten die von der IFPI vertretenen Konzerne mit Musik-Downloads über Internet und Mobilfunkdienste weltweit 945 Millionen US-Dollar Umsatz in den ersten sechs Monaten dieses Jahres. Das macht elf Prozent des Weltgesamtumsatzes mit Musik aus.

Klagen gegen Tote

Die Klagen der Musikindustrie verlaufen nicht selten im Nichts. Immer häufiger werden auch Fälle bekannt, in denen die Beschuldigten entweder keinen Computer besaßen, nachweislich noch nie eine Tauschbörse benutzt hatten oder auch bereits verstorben waren.

Trotz Klagen und Razzien bleibt Filesharing beliebt. Jüngsten Zahlen zufolge nutzen weltweit 9,736 Mio. Nutzer Tauschbörsen wie eDonkey. Selbst die ehemalige RIAA-Präsidentin Hillary Rosen sieht Klagen als überholt an und fordert von der Industrie mehr Kooperation mit den Tauschbörsen.

(Reuters)