11.02.2003

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Bildquelle: Philips

Philips mit Rekordverlust

Europas größter Unterhaltungselektronikkonzern Philips Electronics hat im Gesamtjahr 2002 wegen massiver Sonderbelastungen einen Rekordverlust verbucht.

Analysten beschrieben vor allem die Entwicklung in der Chipsparte - Philips ist Europas drittgrößter Chiphersteller - als Enttäuschung. Philips verzichtete zudem heute mit Verweis auf die wirtschaftliche und politische Unsicherheit auf konkrete Konzernprognosen für 2003.

Der Fehlbetrag habe sich 2002 angesichts von Sonderbelastungen von knapp 3,3 Mrd. Euro auf 3,21 [Vorjahr minus 2,48] Mrd. Euro summiert, teilte der niederländische Konzern in Amsterdam mit.

Umsatz sinkt um zwei Prozent

Philips begründete die Sonderbelastungen mit Abschreibungen auf Beteiligungen an Firmen unter anderem aus dem Technologie- und Medienbereich. Der operative Gewinn fiel 2002 den Angaben nach mit 420 [2001: minus 1,4 Mrd.] Mio. Euro höher als von Analysten im Schnitt mit 334 Mio. Euro erwartet aus.

Der Umsatz sank angesichts einer geringeren Nachfrage um zwei Prozent auf 31,82 Mrd. Euro.

In seiner Chipsparte verbuchte die Nummer drei der Branche in Europa nach STMicroelectronics und Infineon 2002 einen operativen Verlust von 537 Millionen Euro bei einem Umsatz von 4,61 Mrd. Euro. Im vierten Quartal fiel der Verlust wegen der anhaltenden Branchenkrise mit 140 Millionen Euro größer als von Analysten erwartet aus.

Zum Ausblick für den Konzern erklärte Kleisterlee lediglich, Philips werde sich im laufenden Jahr auf die Verbesserung der Profitabilität konzentrieren. Kurzfristig erwartet der Konzern keine Verbesserung des wirtschaftlichen Umfelds.

Zehn Jahre Restrukturierung

Bei den Kostensenkungen liege Philips im Plan. Im vierten Quartal seien die Fixkosten um 324 Mio. Euro reduziert worden. Selbst nach rund zehn Jahren Restrukturierung ging der Stellenabbau bei Philips Ende 2002 weiter. Die Belegschaft wurde im Schlussquartal um weitere gut 13.000 Stellen auf nun 170.087 gekürzt.

Analysten begrüßten die Entwicklung des operativen Gewinns. Die Entwicklung in der Chipsparte wurde allerdings als eine große Enttäuschung bezeichnet.