Europas Chiphersteller gehen nach China
Die europäische Halbleiter-Industrie setzt große Hoffnungen in den chinesischen Markt: Praktisch alle großen europäischen Player wollen dort investieren, so sie nicht schon vertreten sind.
Bei einem Strategie-Symposion in Villach war daher am Montag auch China zentrales Thema unter den mehr als 300 Experten aus aller Welt. Für die nahe Zukunft ist man vorsichtig optimistisch, ein Produkt, das einen Boom auslösen könnte wie zuletzt das Mobiltelefon, ist aber derzeit nicht in Sicht.
Talsohle ist durchschritten
Die Talsohle ist durchschritten - darin sind sich die Unternehmen
einige. Unsicherheitsfaktor ist derzeit der drohende Irak-Krieg.
Mehr dazu in oesterreich.ORF.atMalcolm Penn, Chef des britischen Marktforschungsinstitutes Future Horizons, erklärte bei einem Pressegespräch im Congress Center, für die Halbleiterindustrie gebe es zu einem Engagement in China keine Alternative: "Das ist ein Markt von 1,3 Milliarden Konsumenten."
Wie Jean-Philippe Dauvin, Vizepräsident der französischen ST Microelectronics, erklärte, wachse etwa der Markt für digitales Fernsehen in China schneller als in den Vereinigten Staaten.
Für Dauvin sind Digital-TV, DVD und Digitalkameras momentan die stärksten Konjunkturmotoren für die Halbleiterbranche, die den schrumpfenden PC-Markt ausgleichen würden.
Wachstumsmarkt Automobilbranche
Einen Wachstumsmarkt stellt nach wie vor auch die Automobilindustrie dar, der Elektronikanteil in Pkw wächst ständig.
Im Wettrennen um den chinesischen Markt habe Europa momentan gegenüber den USA die Nase vorn, erklärte Malcolm Penn. Er warnte allerdings vor Übertreibungen: "Ich habe während dieses Symposions gehört, welche Summen die Unternehmen in den nächsten fünf Jahren in China investieren wollen. Das ist viel zu viel."
Die Entwicklung müsse langsamer verlaufen, sonst würden die europäischen Volkswirtschaften massive Einbußen erleiden.
