10.02.2003

VORWURF

Bildquelle: Opera

Opera wirft MSN Sabotage vor

Der alternative Webbrowser-Produzent Opera beschuldigt Marktführer Microsoft fieser Tricks. Microsofts MSN soll demnach Opera-7-Browsern absichtlich fehlerhafte Webseiten schicken, damit deren User glauben, die neue Opera-Software sei fehlerhaft.

Tatsächlich überprüft MSN, mit welchem Browser die Seite abgerufen wird, und liefert für Netscape und Opera 7 andere Dateien als für den hauseigenen Internet Explorer und sonstige Software.

Die für Opera 7 erstellten HTML-Dateien enthalten dabei spezielle Style-Sheets, die den Browser explizit anweisen, Schrift um 30 Pixel nach links zu verschieben.

Im Ergebnis sind Teile der Schrift unsichtbar und die Seite weist leere Flächen auf. Nichts ahnende User können an einen Fehler in der alternativen Software glauben, da die gleiche URL beim Aufruf mit anderen Browsern korrekte Resultate liefert.

Keine technischen Gründe

Tatsache ist, dass MSN für Opera 7 eigene Dateien programmiert hat, die offensichtlich fehlerhaft sind. Für Opera 6 werden hingegen "normale" Resultate geliefert, was aus der Sicht von Opera beweist, dass es keine technischen Gründe für die Ungleichbehandlung gibt.

Das norwegische Unternehmen verweist außerdem auf Fälle in der Vergangenheit, wo MSN Konkurrenzbrowser überhaupt blockierte, oder den gegenwärtigen Ausschluss fremder Browser von einer Pilot-Seite in neuem Design.

Microsoft reagierte heute mit einem Statement auf die Vorwürfe. "Das MSN-Team hat rasch auf Berichte über Darstellungsprobleme einiger MSN-Webseiten mit dem neuen Opera-Browser 7.0 reagiert und die betreffenden Seiten überarbeitet, sodass sichergestellt ist, dass Opera-User ab sofort dieselbe Darstellung der MSN-Seiten wie User des IE-Explorers geliefert bekommen", so Microsoft in einer Aussendung.