China braucht mehr IT-Spezialisten
Das Problem des IT-Fachkräftemangels schwappt nun auch auf China über.
Laut einer Schätzung des chinesischen Informations-Ministeriums ist der chinesische Software-Markt im Jahr 2002 um 30 Prozent auf 110 Mrd. Yuan [12,33 Mrd. Euro] gewachsen.
Allerdings steht diesem Wachstum ein Mangel an hochqualifizierten Spezialisten gegenüber, berichtet die South China Morning Post [SCMP]. Als Resultat buhlt China nun um Fachkräfte aus Indien.
Gratis-Wohnung als Köder
Ausgewanderten IT-Fachkräften will China die Rückkehr mit
kostenlosen Wohnungen und Firmenwagen mit Chauffeur schmackhaft
machen. Seit 1979 sind über 400.000 chinesische Studenten
ausgewandert, um ihre Studium im Ausland abzuschließen. Nur zehn bis
25 Prozent kehrten wieder nach China zurück.
China will IT-Experten zur Heimkehr bewegenVier Mio. Fachkräfte werden gebraucht
Gartner Hongkong-Chef Dion Wiggins hält ähnlich hohe Steigerungsraten auch in Zukunft für "realistisch" . "Aber China hat ein großes Problem bezüglich der Verfügbarkeit von Top-End-Spezialisten", so der Analyst.
"Low-End-Fachkräfte" könnten zwar reihenweise von den heimischen Universitäten rekrutiert werden, aber es gebe beispielsweise keine System-Architekten oder Projekt-Manager. "Diese müssen aus Indien geholt werden."
Gartner rechnet damit, dass China ca. zwei Mio. Fachkräfte für das Exportgeschäft braucht und weitere zwei Mio. für den Inlandsmarkt.
121 Prozent Wachstum für Softwareexport
Der Software-Export-Markt sei 2002, allerdings von einer niedrigen Basis von 850 Mio. USD im Jahr 2001, um 121 Prozent auf 1,88 Mrd. USD gewachsen. 2006 werden bereits 27 Mrd. USD erwartet. Im Vergleich dazu stiegen die Software-Exporte Indiens 2002 um 34,7 Prozent auf 8,35 Mrd. USD.
