Das Ende der Disketten-Ära naht
Der größte PC-Hersteller der Welt verzichtet mittelfristig auf Diskettenlaufwerke.
Bereits im März will Dell die PCs der "Dimension"-Baureihe ohne Diskettenlaufwerk ausliefern. Liebhaber der obsoleten Technologie können die Laufwerke aber als Option und gegen Aufpreis bestellen.
Jahrelang war die Diskette, genauer gesagt die Floppydisk mit einer Kapazität von 1,44 Megabytes, das beliebteste Speichermedium.
"Der Nutzen von Disketten ist für die meisten User nicht mehr gegeben" fasst Tim Bajarin, Präsident der Techanalysten-Firma Creative Strategies zusammen.
Nur 10 Prozent speichern noch auf Diskette
Die Kunden würden lieber CD-Brenner und tragbare Festplatten
benutzen. Als Ausgleich für die alte Technologie liefert Dell
Flashmemory-Speicher aus - technisch dieselben wie in Digicams,
allerdings im Schlüsselanhängerformat und mit USB-Anschluss. Diese
speichern zwischen 16 und 256 Megabytes und funktionieren unter
Betriebssystemen wie Windows, Linux oder MacOS.
Nur 10 Prozent speichern noch auf DisketteApple als Vorbild
Laut Bajarin denken auch andere Hersteller darüber nach, ihre Diskettenlaufwerke durch Flash-Speicher zu ersetzen. Dell weiss aber um den Nostalgiewert der Disketten Bescheid - daher will das Unternehmen die Kunden nicht durch Totalstop irritieren. Bei Notebooks gibt es allerdings schon länger standardmäßig keine Floppy Drives mehr.
Wenn das Vorgehen beim Kunden auf positive Resonanz stößt, will Dell bei anderen Modellen ähnlich verfahren. Vorbild ist wohl der Computerhersteller Apple, der seit fünf Jahren keine Diskettenlaufwerke mehr anbietet.
Ein ähnlicher Trends zeichnet sich auch bei anderen Computer-Komponenten ab. Motherboardhersteller haben begonnen, auf ihren Hauptplatinen die gewohnten parallelen und seriellen Schnittstellen für Drucker und Maus wegzulassen. Auch der so genannte ISA-Slot, ein System zum Erweitern von PCs, fällt heutzutage meist einem weiteren PCI-Slot zum Opfer.
