05.02.2003

KANADA

Bildquelle: fuZo

Verlorene Festplatte wieder aufgetaucht

Die der kanadischen IBM-Tochter ISM Mitte Jänner abhanden gekommene Festplatte ist wieder aufgetaucht.

Wie die Polizei von Regina, Saskatchewan, meldet, hat sie den vermissten Computer samt dem darin enthaltenen Datenträger aufgestöbert. Darauf sind die Daten von 650.000 Kunden einer Investmentfirma, 180.000 Klienten einer Versicherung gespeichert und weiteren tausenden Personen gespeichert.

Forensik-Experten würden die Hardware nun untersuchen, teilt die Polizei mit. Laut der offiziellen Information gibt es keine Hinweise, dass jemand auf die Daten zugegriffen oder sie benutzt habe. Weitere Details will die Polizei erst bekannt geben.

Rechtliche Folgen des Verlustes

Gegen eine Person ist eine Anklage in Vorbereitung. Möglicherweise ist diese noch nicht erfolgt, weil noch unklar ist, was dem Verdächtigten konkret angelastet werden soll. Zwar dürfte ein Eigentumsdelikt bezüglich der Hardware vorliegen, deren Wert ist aber ziemlich gering.

Es gibt Gesetze gegen Datenmanipulationen, wofür aber im konkreten Fall laut Polizei bis jetzt keine Hinweise vorliegen ¿ was sehr im Interesse der betroffenen Unternehmen sein dürfte. Diese sind schon mit einer Sammelklage wegen Datenschutzverletzung sowie Nachlässigkeit bei Sicherheit und Information der Betroffenen versorgt.

Darüber hinaus überlegt auch die Provinzregierung rechtliche Schritte. Der direkte Täter könnte aufgrund mangelnder Strafgesetze für das eigentliche Delikt, den Diebstahl des Datenträgers samt Daten, ungestraft bleiben.

Brisantes Datenmaterial

Laut der kanadischen Zeitung Globe and Mail sollen auf der Festplatte persönliche und detaillierte Infos über Krankenversicherungskarten, Führerscheine, Kundenfinanzen diverser Firmen sowie Angestellte des öffentlichen Dienstes sowie vertrauliche Informationen des Finanzministerium gespeichert sein.