Biodiesel für Afrikas Mobilfunkstationen
Ericsson und der afrikanische Mobilfunker MTN testen den Einsatz von Biodiesel für den Betrieb von Mobilfunk-Basisstationen im ländlichen Gebiet. Für die Gewinnung benötigte Rohstoffe wie Kürbiskerne, Erdnüsse und Palmenfrüchte sollen lokal angebaut werden - ein erstes Pilotprojekt startet in Nigeria.
Afrika ist ein Wachstumsmarkt für mobile Telefonie. Jährlich stellen die dortigen Mobilfunkbetreiber tausende neuer Basisstationen auf, um die Versorgung auszubauen - vor allem im ländlichen Raum.
Biodiesel aus Kürbiskernen
Der Netzwerkausrüster Ericsson hat nun gemeinsam mit dem Mobilfunkbetreiber MTN ein von der GSM Association unterstütztes Projekt gestartet, in dessen Rahmen die Stromgeneratoren für die Basisstationen auf den Betrieb mit Biodiesel umgestellt werden sollen.
Ein erstes Pilotprojekt startet in Nigeria, wo rund 25 Prozent der Landesfläche vom Elektrizitätsnetz erschlossen sind.
Lokaler Anbau und Nachhaltigkeit
Ericsson hat vor, den Biodiesel aus Palmen, Erdnüssen und Kürbiskernen zu gewinnen. Im Umfeld der Mobilfunkstationen ansässige Bauern kümmern sich um die Pflanzen und gewinnen daraus Treibstoff. Der Anbau wird von den Projektmitarbeitern regelmäßig kontrolliert, um sicherzugehen, dass die Bauern nachhaltig wirtschaften und keine genmanipulierten Pflanzen zum Einsatz kommen.
Die Initiatoren des Projekts prüfen auch Wind- und Solarenergie als alternative Energiequellen für die Basisstationen.
Das Projekt startet in Nigeria in der Region Lagos. Auch in weiteren Ländern wie Ruanda, Uganda und Kenia sowie Indien und Bangladesch wollen Ericsson und seine Partner vergleichbare Versuche starten.
Ericsson ist der weltgrößte Netzwerkausrüster mit einem Marktanteil von rund 30 Prozent. Der Mobilfunkbetreiber MTN operiert bereits in 21 Ländern in Afrika und dem Nahen Osten und hat rund 31 Millionen Nutzer.
Die Kosten für den Betrieb eines Stromgenerators sollen durch den Einsatz von Biodiesel um bis zu 30 Prozent sinken.
==25.000 Liter Diesel pro Station==
Der Benzinverbrauch ländlicher Basisstationen ist hoch: Ericsson schätzt, dass die Betreiber pro Station jährlich etwa 25.000 Liter Diesel benötigen.
Die Kosten für den Treibstoff, dessen Transport und Bewachung machen bis zu 80 Prozent des Gesamtaufwands für ein ländliches Mobilfunknetzwerk aus.
Kosteneinsparungen erhofft
Der Mobilfunkverband GSM Association hofft, dass die Einführung von Biodiesel die Gesamtkosten für den Betrieb einer Station um rund 30 Prozent senken wird.
Karel Pienaar, Technischer Chef von MTN, zeigte sich begeistert: "Die Mobilfunkindustrie könnte die erste sein, die sich alternative Energien so zu Nutze macht. Ericsson arbeitet seit einiger Zeit an diesem Projekt und wird sicher auch andere anregen, diesem Trend zu folgen."
Afrika ist in Sachen High-Tech aber nicht nur auf Hilfe von außen angewiesen. Der aggressivste Player auf dem weltweiten Linuxmarkt ist ein Kleinunternehmen aus Südafrika, das die von den Downloads gesehen populärste Linux-Distribution "Ubuntu" vertreibt.
(futurezone | Reuters)
