Jugoslawien als Kult im Netz
Während das wirkliche Jugoslawien heute, Dienstag, seine völkerrechtliche Existenz beendet, blüht das virtuelle Jugoslawien im Netz so richtig auf.
Dreieinhalb Jahre nach dem ersten fuZo-Bericht über die Gründung dieses Landes, das über genau null [0] Quadratmeter Territorium verfügt, hat Cyber Yugoslavia [CY] seine Einwohnerzahl vervierfacht. Wer sich als Jugoslawe fühle, sei als Bürger von CY willkommen - unabhängig von der augenblicklichen Nationalität.
Laut Agence France Press werde die Website von "Anhängern des jugoslawischen Staats" genützt, zum "in Erinnerungen zu schwelgen."
Viel eher machen sich die Bürger von CY über die Zustände im ehemaligen Jugoslawien lustig, jeder Einwohner wird automatisch Staatsekretär mit eigenem Themenbereich. Deshalb verfügt CY, das die höchste Penetrationrate an Internet-Zugängen [100 Prozent], neben den üblichen, noch über 16.000 andere Ministerien z.B. für das "Züchten von Berglöwen", "Treppensteigen" oder "Kitsch und Trivialitäten."
Die Cyber-YugosDas Land zählt inzwischen mehr als 16.000 Staatsbürger, die alle namentlich auf der Website aufgelistet sind.
Die Staatsbürger/innenDie Verfassung
Laut Gründer Zoran Bacic will "Cyber-Jugoslawien" immer noch die Mitgliedschaft bei den Vereinten Nationen beantragen, sobald sich mehr als fünf Millionen "Einwohner" haben registrieren lassen.
"Die initiierende Verfassung wurde vom Volkssekretariat Webmaster geschrieben, in Annahme, dass sie von jedem geändert werden kann und soll. Jede/r BewohnerIn hat das Recht, Änderungen in der Verfassung vorzuschlagen. Die Änderungen können nur von der Bevölkerung von CY, über eine Volksabstimmung, angenommen oder abgelehnt werden."
Abgesehen davon werden Spuren des bisherigen Jugoslawien auch anderweitig im weltweiten Netz zu finden sein. Die bisherige Endung ".yu" für jugoslawische Internet-Adressen bleibt auch im künftigen Staatenbund Serbien und Montenegro erhalten
fuZo-Bericht von der Gründung des virtuellen Staats 1999
