Internet-User sehen weniger fern
Das Internet ist nach einer US-Studie wichtigste Informationsquelle für all jene US-Bürger, die bereits online sind.
Laut dem jährlichen Internet Report ¿Surveying the Digital Future¿ der Universität von Kalifornien in Los Angeles verfügten im vergangenen Jahr 60 Prozent aller US-Haushalte über einen Internet-Anschluss.
Von diesen betrachten wiederum 61 Prozent das Internet als wichtigste Informationsquelle. Den gleichen Stellenwert nehmen nur Bücher und Tageszeitungen ein, während das Interesse an Fernsehen [50 Prozent], Radio [40 Prozent] und Magazinen [29 Prozent] als Infoquelle stark abgenommen hat.
Misstrauen gegenüber angebotenen Infos
Mit der zunehmenden Internet-Nutzung litt aber offenbar auch die
Glaubwürdigkeit des Mediums. Nur 53 Prozent hielten die im Internet
gewonnenen Informationen für verlässlich, im Vorjahr glaubten noch
58 Prozent an die Richtigkeit der Netzinfos. 40 Prozent hingegen
sind der Meinung nur ungefähr der Hälfte der im Internet angebotenen
Inhalte könne man auch vertrauen.
"Internet ist Garantie für Verdummung"Je 11 Stunden/Woche für Internet und TV
Internet-Nutzer verbringen demnach auch mehr Zeit online, im Durchschnitt 11,1 Stunden pro Woche und damit eine Stunde mehr als noch im vorigen Jahr.
Parallel zur steigenden Erfahrung im Internet sinkt der TV-Konsum. Internet-User verbrachten 2002 durchschnittlich 11,2 Stunden pro Woche vor dem Fernseher [2001: 12,3 Stunden], während Personen ohne Netzzugang satte 16 Stunden pro Woche in die Flimmerkiste schauten.
Knapp 45 Prozent der Erwachsenen waren der Ansicht, dass ihre Kinder zu viel Zeit vor dem Fernseher verbringen. Doch nur 18 Prozent der befragten Erwachsenen hatten Bedenken, dass ihre Kinder zu viel Zeit online verbringen.
Verglichen mit den Vorjahren bedeutet dies trotzdem einen Anstieg, im Jahr 2000 beklagten sich erst 11 Prozent, 2001 schon 15 Prozent über den massiven Internet-Gebrauch ihres Nachwuchses.
37 Prozent der Eltern gab an, ihre Kinder schon mal mit einem "Internet-Verbot" zu bestrafen, 46 Prozent verhängen regelmäßig Fernseh-Verbot.
2.000 US-Haushalte untersucht
Für die Studie untersuchten die Wissenschaftler 2.000
US-Haushalte. Der dieses Jahr zum dritten Mal erscheinende Report
wird von Industriegrößen wie Hewlett-Packard, AOL Time Warner,
Microsoft, Sony und Verizon unterstützt.
"Surveying the Digital Future"Drei Viertel wählen sich via Modem ein
Fast 60 Prozent der Befragten verfügen in den eigenen vier Wänden über einen Internet-Zugang. Derzeit wählen sich 75 Prozent noch über Modem ein, 17 Prozent verfügen über einen Kabelanschluss und fünf Prozent gehen via DSL online.
In Österreich verfügen derzeit knapp elf Prozent der Haushalte über einen Breitband-Internet-Anschluss.
30 Prozent der US-Bürger sind laut der Studie nach wie vor offline, da sie meist keinen Computer besitzen. Doch knapp die Hälfte der Nicht-Nutzer plant im Laufe des Jahres die Anschaffung eines Rechners und/oder Online-Zugangs.
