FT mit durchwachsener Bilanz
France Telecom hat im vergangenen Jahr ein deutliches Umsatzwachstum verbucht. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen [EBITDA] sei zudem "deutlich höher" ausgefallen als von Analysten erwartet, teilte der Konzern am Mittwoch mit.
Die Aktien von FT und ihrer Mobilfunktochter Orange verzeichneten danach Kursverluste. Händler bezeichneten besonders die Orange-Ergebnisse als "schwach".
Der Umsatz von FT sei im vergangenen Jahr um 8,4 Prozent auf 46,63 Milliarden Euro gestiegen, teilte der französische Telekommunikationskonzern mit.
Der Anstieg lag im Rahmen der Markterwartungen und der Konzernprognosen vom Oktober. Zum EBITDA nannte der Konzern keinen genauen Wert. Es werde aber deutlich höher ausfallen als die bisher prognostizierten 14,5 Milliarden Euro, hieß es. Für 2003 geht FT von einem Umsatzwachstum auf vergleichbarer Basis von drei bis fünf Prozent aus.
Schwere Zeiten für France TelecomMobilfunk
Bei Orange stieg der Umsatz den Angaben zufolge 2002 um 7,9 Prozent auf 4,542 Milliarden Euro. Börsianer zeigten sich damit aber nicht zufrieden. "Das vierte Quartal bei Orange war etwas schwach; das zeigt ein nachlassendes Wachstum", sagte ein Aktienhändler.
Einige Händler zeigten sich auch wegen der geringeren Investitionsausgaben vorsichtig, während andere das im Licht der hohen Schuldenlast positiv bewerteten. "Der Umsatzausblick der France Telecom liegt im Rahmen unserer Prognosen, aber die Ankündigung eines höheren EBITDA und niedrigerer Investitionen sind positiv", sagte ein Händler in London.
Schulden
Der Konzern hatte sich in jüngster Zeit auf den Schuldenabbau konzentriert. Die Verbindlichkeiten über zuletzt 70 Milliarden Euro sind noch ein Vermächtnis des geschassten Konzernchefs Michel Bon, der im Technologie-Boom der 90er Jahre aggressiv Beteiligungen zugekauft hatte. 2002 verloren France-Telecom-Aktien mehr als 60 Prozent an Wert. Angesichts erfolgreich refinanzierter Kreditzahlungen und wachsenden Vertrauens in Bons Nachfolger Thierry Breton legten sie im bisherigen Verlauf dieses Jahr allerdings wieder rund 40 Prozent zu.
