"Demontage ohne Konzept" bei Ascom
Für das Jahr 2002 erwartet Ascom einen Verlust zwischen 177 und 197 Mio. Euro. Bis Ende 2003 will man weitere 500 Stellen streichen, davon 250 in der Schweiz.
Wo die übrigen 250 Mitarbeiter abgebaut werden, wurde vom größten Schweizer Telekom-Ausrüster noch nicht bekannt gegeben.
Ascom Austria besteht seit 26 Jahren, beschäftigt nach eigenen Angaben zurzeit rund 160 Mitarbeiter und ist neben den Konzernaktivitäten in Österreich auch für Bulgarien, Kroatien, Slowenien, Ungarn und Bosnien-Herzegowina verantwortlich. Eine Vorgängerfirma Autophon - es gab mehrere Zusammenschlüsse - war bereits seit 1974 in Österreich tätig.
Ascom AustriaDefinitive Zahlen im März
Die Nettoverschuldung der Gruppe konnte im Vorjahresvergleich von 631 Mio. auf rund 300 Mio. Franken reduziert werden, wie Ascom am Dienstagabend bekannt gab. Definitive Zahlen zum Ergebnis 2002 will der Konzern im März veröffentlichen.
Um den massiven Mittelabfluss in den nicht profitablen Bereichen aufzuhalten, habe die Konzernleitung entschieden, konzernweit weitere 500 Stellen zu streichen. Für die betroffenen Mitarbeiter bestehe ein Sozialplan.
Die Schweizer Gewerkschaften sind über den erneuten Stellenabbau schockiert. Man kritisiert den Abbau als "Unternehmensdemontage ohne Konzept". Die "stufenweise Demontage der Firma" sei nicht nur durch die schlechte Wirtschaftslage, sondern auch durch die Konzeptlosigkeit der Ascom-Führungsetage verursacht worden.
Ascom in ZahlenSozialpartner waren nicht informiert
Die Sozialpartner seien erst heute, nachdem die Entscheidungen gefällt worden seien, über den Aderlass bei Ascom informiert worden, kritisierte eine andere Gewerkschaft. Diese Informationspolitik mache die Diskussion über arbeitsplatzerhaltende Alternativen unmöglich.
Die Gewerkschaft erwartet von der Firmenleitung, dass sie Möglichkeiten zur Kostensenkung nicht nur auf Personalseite sucht. Ascom müsse alles unternehmen, um Härtefälle zu verhindern. Man erwarte nun von der Firmenleitung Konzepte zur Gesundung der Ascom sowie vertrauensbildende Maßnahmen.
