29.03.1999

MACROVIRUS

Europas Mailserver warten auf Melissa

Erich Moechel

"Bis jetzt sind zwar noch keine Reports aus Europa eingegangen" sagt Toralv Dirro vom Anti Virus Emergency Response Team des Sicherheitsspezialisten Network Associates, "Wir gehen aber davon aus, dass sich Melissa auch hier massenhaft verbreiten wird.Die Ansteckungsgefahr ist nämlich enorm."

Die ist in der Tat so beeindruckend, dass sich das Computer Emergency Response Team [CERT] der Carnegie Mellon Universität zu seinem zweiten Virusalarm innerhalb von zehn Jahren veranlasst sah. Das FBI hat in einer Aussendung zum erstenmal überhaupt vor einem Virus gewarnt.

"Melissa ist an sich nicht besonders kritisch,er demonstriert gewissermassen nur, was ein wirklich gefährlicher Virus anrichten könnte" sagte Eric Allman vom kalifornischen Mailanbieter Sendmail am Sonntag. "Durch den damit verbundenen explosionsartig anwachsenden Verkehr können Mailserver binnen kürzester Zeit in die Knie gezwungen werden, das ist die eigentliche Gefahr."

Im System ist W97M, der sich im Subject als "Important Message From - " ausweist und im Body die Nachricht "Here is that document you asked for ... don't show anyone else ;-)" enthält, relativ einfach durch folgenden Eintrag in der Registry zu finden:

HKEY_CURRENT_USER

Software

Microsoft

Office

''Melissa?''

Der vorläufige Höhepunkt der Melissa-Epidemie in den USA ist für heute, Montag, zu erwarten, sobald die Büroangestellten in den USA beginnen, ihre Post zu bearbeiten. Network Associates und andere - siehe URLs - bieten bereits Updates für ihre Antivirus-Pakete an.