EU für einheitliche Inhalte-Lizenzierung

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03.10.2006

Die EU-Kommission will die Lizenzierung von Musik in den Mitgliedsstaaten vereinheitlichen, um der technischen Entwicklung im Mediengeschäft Rechnung zu tragen.

"Es gibt die Nachfrage nach EU-weiter Lizenzierung. Das wird nun eine realistische Option", sagte EU-Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy am Dienstag in Brüssel nach Angaben seiner Behörde beim Kongress der Musikverleger.

EU-weite Lizenzen sollten eher von neuen Gesellschaften verteilt werden, die das Repertoire von mehreren Verlegern oder Gesellschaften zusammenführen. Wegen der starken Ausweitung des Online-Geschäfts ergebe das herkömmliche System mit einem Copyright-Schutz pro Mitgliedsstaat keinen Sinn mehr. McCreevy will vor einem förmlichen Vorschlag zunächst weiter mit der Branche beraten.

Unzeitgemäße Rechteverwertung

Die EU-Kommission war im Februar gegen europäische Musik- Verwertungsgesellschaften wie die deutsche GEMA wegen Wettbewerbsverstößen vorgegangen. Ins Fadenkreuz der Wettbewerbshüter gerieten Verwertungs- und Wiederverwertungsrechte für Internet-, Kabel-, und Satellitenübertragungen. Die traditionelle Rechteverwertung wurde hingegen nicht angegriffen.

Online-Musikanbieter wie Apples iTunes Music Store mussten bisher in jedem EU-Land separat mit den Verwertungsgesellschaften über die Rechte verhandeln. Käme McCreevys Idee zur Ausführung, würde das die Macht der bisherigen Rechteverwerter beschneiden, das Geschäft der Online-Shops jedoch stark vereinfachen.

(APA | dpa | futurezone)