Musikindustrie soll Tauschbörsen infizieren
Ein Posting der Hackerorganisation Gobbles sorgt derzeit bei Tauschbörsen-Usern für Aufregung.
Gobbles hatte gestern damit geprahlt, seit Monaten im Auftrag der Musikindustrie Antipiraterie-Tools zu entwickeln und damit auch schon große Erfolge zu verzeichnen.
Großspurige Botschaft der Hackergruppe
1] If you participate in illegal file-sharing networks, your computer now belongs to the RIAA. 2] Your BlackIce Defender firewall will not help you. 3] Snort, RealSecure, Dragon, NFR, and all that other crap cannot detect this attack, or this type of attack. 4] Don't fuck with the RIAA again, scriptkids. 5] We have our own private version of this hydra actively infecting p2p users, and building one giant ddosnet.
Behauptung: 95 Prozent sind infiziert
Der von ihnen entwickelte Wurm-Virus-Hybrid soll mittlerweile unglaubliche [und unglaubwürdige] 95 Prozent der Nutzer der damit attackierten Tauschbörsen befallen haben.
Dabei sollen sich die Entwickler die Sicherheitslücken in verschiedenen Media-Playern zu Nutze gemacht haben, um ihre Schädlinge zu verbreiten. Aufgelistet werden der Mplayer, Winamp, Windows Media Player, Xine, Mpg123 und Xmms.
Der Virus sei auch mit herkömmlicher Firewall-Software nicht zu entdecken.
An die Verlautbarung angehängt findet sich noch der Quellcode eines bisher unbekannten Exploits des Linux/Unix-Audio-Players Mpg123.
Das PostingViel Lärm um nichts?
Tauschbörsen-Usern sei aber geraten, nicht in verfrühte Panik auszubrechen, da die wilde Geschichte der Hacker äußerst unglaubwürdig klingt.
Experten halten die Truppe für Schaumschläger und werten den Mangel an Details der obskuren Aussagen als sicheres Zeichen für das reine Haschen nach medialer Aufmerksamkeit.
Dabei stützt sich die Truppe anscheinend auf den vieldiskutierten Gesetzesvorschlag des Kongressabgeordneten Howard Berman, der Urheberrechtsinhabern erlauben will, Peer-to-Peer-Plattformen aktiv anzugreifen.
Doch im Moment wäre die Ausübung dieses Entwurfs nichts anderes als illegal.
Hack-Attack-Gesetz
Nach Bermans P2P Piracy Prevention Act sollen Copyright-Inhaber
das Recht zur Umleitung oder Unterbrechung der Übertragungen bis zu
File-Blocking oder aktiver Schädigung der P2P-Netze bekommen, wenn
ohne Erlaubnis des Eigentümers geschützte Werke verteilt werden. Der
Entwurf nennt keine Details, welche Techniken wie etwa Viren,
Würmer, DoS-Attacken oder Domain-Entführungen, erlaubt werden
sollen.
Mehrheit für Hack-Attack-Gesetz
