Wanadoo erreicht die Gewinnschwelle
Der französische Medienkonzern Wanadoo hat als erster international bedeutender Online-Anbieter auf Konzernebene die Gewinnschwelle erreicht.
Wanadoo teilte heute bei der Bekanntgabe erster Geschäftszahlen für das zurückliegende Jahr mit, das Unternehmen sei auf der Basis des Nettoergebnisses profitabel. Details wollte der scheidende Vorstandschef Nicolas Dufourq nicht nennen. An der Börse kletterten die Aktien bei festem Branchentrend um fünf Prozent auf 5,04 Euro.
Auch zum Gewinn gab Wanadoo keine Details bekannt und prognostizierte lediglich einen Wert am oberen Ende der Marktschätzungen. Einer Reuters-Umfrage zufolge hat Wanadoo im vergangenen Jahr ein operatives Ergebnis von durchschnittlich 68 Millionen Euro erwirtschaftet. Detaillierte Zahlen will Wanadoo erst Ende Februar bekannt geben.
Profitable Branchenverzeichnisse
Die maßgeblichen Wettbewerber von Wanadoo wie etwa T-Online,
Tiscali und AOL Europe weisen noch keine Nettogewinne auf. Wanadoo
hat gegenüber seinen Konkurrenten den Vorteil, dass ein Standbein
des Konzerns das profitable Geschäft mit Telefon- und
Branchenverzeichnissen umfasst.
WanadooMehr als zwei Mrd. Euro Umsatz
Knapp die Hälfte des Konzernumsatzes stammt aus dem Verzeichnisgeschäft und gleicht damit die Verluste im noch unprofitablen Internet-Geschäft aus. Wanandoo erwartet in diesem Bereich erst im laufenden Jahr ein positives EBITDA. Andere Internet-Unternehmen arbeiten dagegen bereits auf operativer Basis profitabel.
Der Umsatz von Wanadoo stieg nach Unternehmensangaben im abgelaufenen Jahr um 33 Prozent auf 2,075 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr wurde ein leicht abgeschwächtes Wachstum bei den Erlösen in Höhe von 25 bis 30 Prozent in Aussicht gestellt.
1,28 Mio. Wanadoo-Kunden mit ADSL
Die Kundenzahl wuchs im vergangenen Jahr um 41 Prozent auf 8,535 Millionen und lag damit über der von Wanadoo prognostizierten Zahl von acht Millionen. Rund 16 Prozent der Wanadoo-Kunden nutzen das Internet über einen ADSL-Anschluss.
