14.01.2003

INPUT

Bildquelle: Palm

Neue Handschrift für Palm

PalmSource, Hüter des Palm-Betriebssystems, tauscht die Graffiti-Handschriftenerkennung gegen die Jot-Technologie von Communication Intelligence Corporation [CIC] aus. Jot soll als Graffiti2 den Benutzern die Eingabe erleichtern, so die offizielle Version.

Im Hintergrund steht aber ein langwieriger Patentstreit mit Xerox. Xerox hatte Palm und den Vorbesitzer des Unternehmens, 3Com, verklagt, weil Graffiti angeblich gegen Xerox-Patente verstößt. Palm musste für diesen Prozess bereits eine Bürgschaft von 50 Millionen USD hinterlegen. Das Verfahren dauert an, hat Palm aber auf die Suche nach Alternativen gehen lassen.

Händler warten ab

Bisher mussten Palm-Benutzer das Handbuch oder Hilfsprogramme konsultieren, um die Kürzel für einige Buchstaben zu lernen. Mit Jot soll sich das nun ändern. Die Schrifterkennung orientiert sich stark an der tatsächlichen Form der Druckbuchstaben. Für Benutzer, die sich bereits mit Graffiti angefreundet haben, soll der Umstieg problemlos sein.

Was für Benutzer als Erleichterung gepriesen wird, ist für Händler ein zweischneidiges Schwert. Sollte sich Jot tatsächlich als einfacher erweisen, dürften sich Käufer bis zur Umstellung zurückhalten. Es liege an den Herstellern, wann sie die Lösung in ihre Geräte integrieren, heißt es von PalmSource. Die Palm Solution Group ist sich derzeit noch nicht sicher, ob Graffiti2 nur in neuen Geräten oder als Software-Update ausgeliefert werden soll.

Tastatur langfristig im Vorteil

Unterdessen halten Analysten das Graffiti-Update nur für einen Zwischenschritt auf dem Weg zu Handhelds mit Minitastatur. David Hayden, Analyst bei MobileWeek, sieht die Verkaufszahlen zweier Handspring-PDAs - einer mit Tastatur, der andere mit Graffiti - als Indikator für den Kundenwunsch nach Tastaturen. Bei den ansonsten identischen Treo-Handhelds wählen laut Hayden 90 Prozent der Kunden die Variante mit Tastatur.