Machtkampf bei Pixelpark eskaliert
Der frühere Chef des Internet-Dienstleisters Pixelpark, Paulus Neef, will auf einer außerordentlichen Hauptversammlung über die Abwahl des Aufsichtsrates einen neuen Vorstand installieren.
Neef habe in einem Fax an den derzeitigen Vorstand Jürgen Richter eine außerordentliche Hauptversammlung "zum frühestmöglichen Zeitpunkt" gefordert, bestätigte ein Sprecher von ihm am Samstag einen Bericht des Magazins "Der Spiegel".
Ziel sei, den Aufsichtsrat, der Neef im Dezember von seinem Vorstandsposten enthoben hatte, von den Aktionären abwählen zu lassen, damit dieser dann einen neuen Vorstand einsetzt.
Neef selbst will aber nicht mehr Teil des Führungsgremiums sein: "Ich strebe den Vorstandsposten der Pixelpark AG nicht mehr an. Ich glaube, dass ich aus einer anderen Plattform heraus mehr für die Firma tun kann", sagte er dem "Spiegel".
Der Kampf um die Macht bei Pixelpark hatte im Dezember begonnen, als der Aufsichtsrat Neef wegen angeblicher strafbarer Handlungen abgesetzt und den früheren Bertelsmann-Manager und AR-Chef von Pixelpark, Jürgen Richter, als Vorstand eingesetzt hatte. Erst im November hatte der 42-jährige Neef einen Sanierungsplan für Pixelpark vorgestellt, der den Abbau von 150 der etwa 230 Stellen und die Schließung von Standorten vorsah. Bertelsmann hatte Pixelpark dabei mit einer Finanzspritze von 3,2 Millionen Euro unter die Arme gegriffen.
Versuchte Rückkehr in den PixelparkMehrheit scheint gesichert
Offenbar hat Neef bei seinem Vorhaben die Unterstützung mehrerer Großaktionäre, so dass er mit der notwendigen einfachen Mehrheit tatsächlich den Aufsichtsrat abwählen lassen könnte.
Im Dezember hatte der Bertelsmann-Konzern 40,2 Prozent an den ehemaligen Universal-Manager Wolf-Dieter Gramatke sowie an den Eigentümer des Potsdamer Multimedia-Unternehmens Mediacs, Axel Fischer, verkauft, die beide auf der Seite Neefs stehen.
Neef selbst hält noch 17,7 Prozent an dem Berliner Unternehmen, wobei die Stimmrechte aber von der Privatbank Sal Oppenheim ausgeübt werden. In Branchenkreisen hieß es nun, Sal Oppenheim habe in einem Brief an Neef deutlich gemacht, dass aus ihrer Sicht nichts gegen die Einberufung einer außerordentlichen HV spreche. Dies deutet auf eine Unterstützung hin.
Der Gütersloher Bertelsmann-Konzern, der das von Neef vorgestellte Sanierungskonzept für die defizitäre Pixelpark AG unterstützte, würde sich auf einer Hauptversammlung wahrscheinlich nicht gegen Neef stellen, sondern sich möglicherweise enthalten, hieß es in den Branchenkreisen. Ein Bertelsmann-Sprecher lehnte einen Kommentar dazu ab.
