Gutscheine für "Microsoft-Monopol-Opfer"
Microsoft hat in Kalifornien mehrere Sammelklagen mit einer außergerichtlichen Einigung beigelegt, in denen ihm Missbrauch seiner Marktposition und überhöhte Preise vorgeworfen wurden.
Microsoft habe sich bereit erklärt, Gutscheine für Hardware und Software im Gesamtwert von bis zu 1,1 Milliarden USD an rund 13 Millionen Privat- und Geschäftskunden im US-Bundesstaat Kalifornien zu zahlen, teilte der Konzern mit.
Die Gutscheine seien nicht an Microsoft-Produkte gebunden. Mit der Einigung habe das Unternehmen kein Fehlverhalten eingestanden, betonte Microsoft.
Die Sammelklage von Verbrauchern stützt sich auf Bezirksrichter Thomas Penfield Jacksons Feststellung, dass Microsoft gegen das US-Kartellrecht verstoßen hat. In Klaifornien wurde die erste Klage im August 2000 zugelassen.
Sammelklage gegen Microsoft zugelassenWeitere Klagen laufen noch
Bezugsberechtig sind der Einigung zufolge kalifornische Microsoftkunden, die zwischen dem 18. Februar 1995 und dem 15. Dezember 2001 Betriebssysteme oder andere Software-Komponenten des Konzerns gekauft haben.
Dem Abkommen muss allerdings noch ein Gericht in San Francisco im Laufe des Monats zustimmen.
Die Klagen in Kalifornien waren die größten ihrer Art gegen Microsoft in den USA. Allerdings sieht sich der Konzern in anderen Bundesstaaten weiteren Klagen wegen überhöhter Preise gegenüber.
Als achter US-Bundesstaat hat Florida erst im September 2002 eine Sammelklage wegen Wettbewerbsverzerrung gegen Microsoft zugelassen.
Neue Sammelklage gegen MicrosoftZuerst uneinsichtig
Microsoft hat sich anfangs gegen die Zivilklage von privaten PC-Nutzern aus Kalifornien heftig zur Wehr gesetzt:
Firmensprecher Tom Pilla bezeichnete 1999 die von drei erfahrenen Anwälten eingereichte Klage als "ohne jede Grundlage".
Microsoft habe stets im Sinne der Verbraucher gehandelt und auf diese Weise enorm viel zum technischen Fortschritt und zu niedrigeren Preisen beigetragen.
Microsoft wehrt sich gegen SammelklageEin Versuch
Nach einem Jahr ziviler Prozesse versuchte Microsoft dann im Jahr 2000 zwischenzeitlich die Sammelklagen mit einer neuen Argumentation vom Tisch zu bringen:
Demnach sollten die Verfahren eingestellt werden, weil die genauen Schadensersatzforderungen von tausenden Windows-Käufern schlicht zu kompliziert zu ermitteln seien.
Schadenersatz zu kompliziert zu ermitteln
